Eine wunderbar menschliche Familiensituation beim SecurityCheck am Flughafen Tegel: eine gestresst wirkende Familie mit einem Kleinkind versucht, möglichst schnell das umfangreiche Handgepäck auf das Fliessband zu schaffen, Taschen zu leeren und Notebooks auszupacken.
Das Kind will laufen und soll im Trolley bleiben. Der Vater, ein rotblonder Mann, redet mit Engelszungen auf ihn ein.
Dann soll der Kleine durch die Schleuse gehen. Nein, das mache er nicht.
Die schon durchgegangene Mutter erklärt dass sie jetzt aber gehen würden. Der Vater ruft: Du willst doch nach Amerika.
Nein, das will der Kleine nicht...jedenfalls nicht wenn er durch die Schleuse müsse. Ich versuche mein Glück und hocke mich hinter den etwa Vierjährigen und sage ihm dass ich dann aber gerne nach Amerika wolle. Ich werde mich Nichtbeachtung bestraft; der Knirps ist schon ganz verheult.
Immer wieder fällt mein Blick auf den Vater mit dem Gefühl, ihn irgendwoher zu kommen. Dazu dieser rechteckige Instrumentenkasten....zu klein für ein Saxophon mit dem ich ihn als erstes assoziiere...woher kenne ich den bloss?

Das heulende Kleinkind wird schließlich durch das Tor getragen und natürlich piept es. Der Vater trägt den Sohn während dieser nach dem Handscanner des Sicherheitspersonals haut. Dann kann die Familie endlich zum Flugzeug nach München.

Denke noch immer dass ich den Vater irgendwoher kenne und es lässt mich nicht los.

Eine kurze Internetrecherche im Wartebereich des Gates ergibt:

Er war mit mir 2011 Gast bei Frank Elstners "Menschen der Woche": Es handelte sich um Daniel Hope, einem der weltbesten Violinisten der gerade samt Familie auf dem Weg in die USA zu seinem nächsten Konzerttermin war.

Schade dass ich so eine lange Leitung habe...

Wer ihn mal live erleben möchte: Ab dem 6.4. ist er wieder in Berlin für Konzerte: http://www.danielhope.com/

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