Hummeln: Feinde und Parasiten

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Pflege von Hummelvölkern in Nistkästen
Teil II - Parasiten und Feinde

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Zusammenfassung

Es gibt zahlreiche, zum Teil fatale Parasiten wie die Wachsmotte Aphomia sociella und Kuckuckshummeln (Psithyrus spec.). Die Behandlung von Wachsmotten ist nur mit Hilfe des Bacillus thuringiensis zu 100% erfolgreich. Alle anderen Methoden, die den Befall einschränken sollen, können nur als mäßig erfolgsversprechend oder pflegeaufwendig eingestuft werden. Sie machen dafür jedoch keinen Eingriff am Wabenbau erforderlich.
Eine besondere Gefahr geht vom Small Hive Beetle (Kleiner Beutekäfer) Aethina tumida der in den USA verheerend unter den Honigbienen wütet und in Laborversuchen auch in Hummelvölkern vermehrt werden konnte. Weitere Parasiten sind Milben und der Nematode Sphaerularia bombi.

Abkürzungen zu den Themen dieser Seite:

Feinde & Parasiten: Milben

Die Milbe Parasitellus fucorum vollbringt den kompletten Lebenszyklus in Gemeinschaft mit Hummeln. Sie sind in der Regel jedoch kein Problem für ein gesundes Hummelvolk. Sie wird über Blüten verbreitet, wo sie versuchen, auf Hummelarbeiterinnen aufzusatteln um sich in deren Nest verbringen zu lassen. Interessant ist, daß die Deutonymphen, eine Entwicklungsstufe der Milbe, eindeutig die jungen Königinnen - wenn vorhanden - favorisiert.
Auf diese Weise kann sie sicher überwintern - wie diese Erkennung erfolgt, ist nicht bekannt. Inzwischen weiß man daß es eine regelrechte "Milben-Subkultur" im Hummelvolk gibt, die sogar für Gesunderhaltung eines Hummelvolkes wichtig ist. Die Zuchterfolge bei der künstlichen Hummezucht wurden wesentlich besser als man den ansonsten vollkommen von der Außenwelt abgeschotteten Hummelvölkern Milben zusetzte. Die Bekämpfung der Milben mit Ameisensäure o.ä. ist also nicht erforderlich. Sie können allenfalls einzelnen Hummelköniginnen zur Last werden wenn sich darauf besonders viele Milben befinden - ein Abputzen mit einem feinen Pinsel ist dann durchaus förderlich für den Gründungserfolg der Königin.

Feinde & Parasiten: Kuckuckshummeln (Psithyrus spec.)

Während Milben ständige und relativ harmlose Nestbewohner darstellen, sind Kuckuckshummeln dahingegen Schmarotzer, die die Nestmutter fürher oder später töten und ihre eigene Brut von den Arbeiterinnen aufziehen lassen. Eine Beschreibung zur Biologie finden Sie unter "Arten".
Eine Kuckuckshummel besitzt keine Corbiculae, die Körbchenhaare an den Hinterbeinen, die zum Pollensammeln notwendig sind - ein sicheres Erkennungszeichen für Kuckuckshummeln (allerdings nur hier in Europa - die Kuckuckshummeln in den USA besitzen zum Teil noch Körbchenhaare). Die Kuckshummeln sind ihrem jeweilgen Wirt näher verwandt als anderen Hummeln - dies wird unter Fachleuten als deutliches Zeichen für das Vorliegen einer paraphyletischen Gruppe gedeutet...was damit die Gattungsbezeichnung Psithyrus nicht rechtfertigt und sie eigentlich den Hummeln Bombus zuordnet.

Felsenkuckuckshummel Psithyrus rupestris

Versucht eine Kuckuckshummel ein Nest mit Arbeiterinnen zu übernehmen, kommt es oft zu Kämpfen und zum Tod von Arbeiterinnen. Daher ist eine Übernahme des Nestes vor dem Schlupf der Arbeiterinnen für den Kuckuck sinnvoller.
Das Entfernen der Kuckuckshummel zu diesem frühen Zeitpunkt ist dann noch möglich. Dagegen ist es nach dem Tod der Stockmutter nicht mehr sinnvoll, eine eingedrungene Kuckuckshummel zu entfernen - es ist sehr aufwendig, ein gut entwickeltes Volk einer neuen Königin anzuvertrauen. Man sollte der Kuckuckshummel dann also lieber ihre Chance zur Fortpflanzung lassen.
Man kann es der Kuckuckshummel jedoch schwer machen, das Nest überhaupt zu übernehmen. Hierzu werden Veränderungen am Eingang durch z.B. Moosbedeckung empfohlen. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch, daß die Übernahme von Nestern durch Kuckuckshummeln generell ein seltenes Ereignis ist, so daß sich spezielle Vorsichtsmaßnahmen selten lohnen. Besser ist es, das Nest dagegen regelmäßig zu kontrollieren.

Feinde & Parasiten: Dörrobstmotte (Plodia interpunktella)

Die Dörrobstmotte wird selten ein Problem in aktiven Hummelnestern. Man findet sie manchmal in absterbenden Völkern oder verlassenen Nestern, wo sie in großen Individuendichten auftreten kann.
Die rosafarbenden Larven ernähren sich von den noch vorhandenen Vorräten den Hummelnestes. Die Bekämpfung ist selten notwendig oder sinnvoll; sie ist ansonsten ebenfalls mit Bacillus thuringiensis (siehe Wachsmottenbekämpfung) zu bekämpfen.

Dörrobstmotte (Plodia interpunktella)

Zahlreiche Dörrobstmotten (Plodia interpunktella)

Die Larven der Dörrobstmotten (Plodia interpunktella)

Wachsmotte (Aphomia sociella; selten Galleria mellonella)

Der mit größtem Abstand gefährlichste Feind der Hummeln ist die Hummelwachsmotte. Diese Motte dringt nachts in das Nest ein und legt dort ihre Eier nahe der Waben.
Die schlüpfenden Larven beginnen dann, sich durch die Waben durchzufressen. Diese unersättlichen Larven erzeugen dabei ein feines Gespinstnetz und verderben zahlreichen enthusiastischen Hummelfreunden schnell die Lust an der Hummelhaltung. Bis auf die äußerst wachsamen und schnell wachsenden Baumhummelvölker (deren Nester erst beim natürlichen Absterben des Volkes davon befallen werden) sind alle Arten extrem gefährdet. Selbst starke Erdhummelvölker werden innerhalb weniger Wochen vernichtet.
Die Waben werden regelrecht unter den Hummeln weggefressen und nur wenige Völker erholen sich von diesen Parasiten.

Hummelwachsmotte Aphomia sociella

Die Larven der Hummelwachsmotte (Aphomia sociella)

Die Hummelwachsmotte (Aphomia sociella) läßt sich an zwei langen Fortsätzen am Kopf. Sie wird ca. 2 cm groß und ist von silbriger Färbung. Besonders warmes, trockenes Wetter im Mai/Juni fördert die Verbreitung der Motte. Oft findet man die Weibchen auf der Innenseite des Außenkastens wo sie offenbar auf ihre Chance lauern.

Potrait einer Hummelwachsmotte

Bekämpfung der Hummelwachsmotte (Aphomia sociella; selten Galleria mellonella)

Hummelwachsmotten finden die Nester am Geruch selbst über große Entfernungen. Jedoch sind die bei E. VON HAGEN empfohlenen Methoden, die Nestfindung über riechende Kräuter zu erschweren, nicht wirksam.

Besser bewährt hat sich die Wachsmottensperre oder die Behandlung mit Bacillus thuringiensis. Noch nicht erprobt aber beschrieben ist die Behandlung mit Trichogramma.

1a. Die Wachsmotten-Sperre
(Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung entnommen von Armin Krenz Homepage:

Die Idee stammt von Josef Beil, einem Hummelfreund aus Reichenschwand bei Nürnberg, veröffentlicht durch Eberhard von Hagen in seinem Buch "Hummeln
bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen" (s.S. 125). So geschützt ist keines seiner 14 Völker vom Wachmottenbefall betroffen gewesen.


Wachsmottensperre 1Ich habe diese Idee an einem Schwegler-Nistkasten umgesetzt. Aus Messingdraht habe ich einen Rahmen geformt, dessen Enden in einem Messingrohr münden. So entsteht ein leichtgängiges Scharnier. Das Rohr wiederum ist auf dem Landebrett mit Kleber befestigt. Auf den Rahmen habe ich ein Stück feinmaschige Gardine geklebt. Das Bild zeigt den verschlossenen Eingang.

Der Eingang darf natürlich nur zur Nacht verschlossen werden, da der Rahmen durch die Hummeln nur von innen geöffnet werden kann.

 Die Generalprobe:

Geschafft! Mühelos drückt die Königin die Sperre auf. In der freien Natur kommt es sicherlich oftmals vor, dass Hindernisse (Blätter, Erde, Steine) aus dem Weg zu räumen
sind. Diese Lösung hat auch noch den Vorteil, dass vor dem Eingang zum Einschleppen abgelegte Wachsmotten-Eier durch das Fliegengitter abgedeckt werden und so der Kontakt mit den Eiern verhindert wird (s. E. v. Hagen, S. 126).



Den Motor anwerfen, kurze Orientierung, dann ab in den Frühling! Das letzte Bild läßt die Details erkennen .Vor dem Aufkleben des Fliegengitters müssen die
Drahtenden in das Röhrchen geführt sein.

1b. Die Wachsmotten-Schrägklappe nach Horst Jäkel und Armin Krenz

Diese Klappe bedarf keinen manuellen Schließens am Abend. Sie besteht aus einem separaten Ein- und Ausgang, die durch schräg aufliegende, leichte Klappen mottensicher verschlossen sind. Die Hummeln schieben die Klappen einfach auf. Voraussetzung ist auch hier ein ansonsten absolut mottendichter Nistkasten ohne Ritzen und Spalten. Der genaue Bauplan und Hintergrundinformationen finden sich dazu im Downloadbereich.

2. Die Behandlung mit B. thuringiensis (nach Melanie von Orlow 1999)

Im Gegensatz zur präventiven Wachsmottensperre ist diese Mittel sowohl zur Prävention als auch zur Rettung bereits befallener Völker geeignet.
Zur Bekämpfung ist eine stichfeste Bekleidung und ein sicherer, ruhiger Umgang mit den Völkern Voraussetzung, denn hierfür muß die Nestkugel freigelegt und behandelt werden. Es gibt hierfür Präparate aus der Imkerei (z.B. B401 von der Fa. SWARM) und des biologischen Pflanzenschutzes, die auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis wirken. Das Toxin dieser Bakterie ist für die Raupen der Motte absolut tödlich, während es für Bienen- und Hummellarven, -eier und -imagines nach allen bisherigen und eigenen Erfahrungen absolut harmlos ist.
Es ist zudem in der Imkerei und damit in der Lebensmittelgewinnung zugelassen.

Wachsmottenbekämpfungsmittel B401

Wesentlich billiger und dauerhafter (B401 hält bei 4°C nur etwa 2 Jahre) ist die Version der Fa. NEUDORFF, die sich auf die biologische Schädlingsbekämpfung beim Pflanzenschutz spezialisiert haben. Deren Raupenspritzmittel (erhältlich als allgemeine oder speziell gegen den Apfelwickler entwickelte Form) wird als Pulver geliefert und wird in gutsortierten Gärtnereien angeboten.


Neudorff Spritzmittel

Anwendung:

Das Mittel von NEUDORFF basiert ebenfalls auf B. thuringiensis (Wirkstoffverzeichnis auf der Packung anschauen !) und muß mit Wasser angerührt werden. Man kann mit etwa 50 ml Spritzbrühe (mit etwa 0,1g/l Pulver) pro Nest rechenen. Die Brühe sollte stets frisch angesetzt werden und Reste verworfen werden (nicht ins Abwasser oder auf den Boden - am besten dem Hausmüll zuführen !).
Die Applikation sollte vormittags an einem warmen, trockenen Tag erfolgen. Der Wabenbau muß dazu vollkommen freigelegt werden und gleichmäßig von oben und den Seiten besprüht werden. Anschließend läßt man den Kasten offen für ca. eine weitere halbe Stunde stehen, damit die Feuchtigkeit schneller entweichen kann. In dieser Zeit reinigen sich die Arbeiterinnen und verbreiten das Mittel dabei unter den Tieren und auf den Waben. Erst dann wird das Nest wieder locker mit Polsterwolle bedeckt und der Kasten verschlossen. Die Anwendung kann alle 8 Wochen erfolgen, je nach Witterung.
Eine prophylaktische Anwendung ist möglich; jedoch zur Streßvermeidung der Tiere sorgfältig abzuwägen. Das Mittel wirkt äußerst schnell und kann damit selbst schwer infizierte Völker retten. Die Anwendung sollte spätestens Anfang August beendet werden, da nunmehr der Abbau bei den meisten Hummelarten einsetzt und die Wachsmotte nun eher als sekundäres Symptom in die absterbenden Nester Einzug hält.

Sicherheitshinweis:
Das Ansetzen der Spritzbrühe sollte nur im Freien erfolgen; der Kontakt zu Lebensmitteln, Mensch & Tier ist zu unterbinden. Restliche Sprühbrühe nicht auf den Boden oder in Gewässer gießen. Alle verwendeten Gerätschaften sollten ausschließlich nur für diesen Gebrauch bereitgehalten werden und so gekennzeichnet werden, daß eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Nach ersten medizinischen Veröffentlichungen ist eine allergene Wirkung der Spritzbrühe bei Menschen zu befürchten - daher entsprechende Vorsicht walten lassen !

Hinweis:
Das Gen dieser Bakterie wurde es übrigens bereits auf bestimmte Nutzpflanzen übertragen, die damit eine erhebliche Schädlingsresistenz erhielten. Allerdings ist noch umstritten, in wie weit Nützlinge nicht ebenfalls geschädigt werden - so konnte gezeigt werden, daß das Toxin von den gentechnisch veränderten Pflanzen auch in den Ackerboden gelangte und manche Arten offenbar verändertes Wachstum zeigen - die Forschungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen - daher sollte diese Art der Bekämpfung bedacht und mit größter Vorsicht angewandt werden.

3. Die Behandlung mit Trichogramma (nach F. Bollhalder 1999)

Die kleine Schlupfwespe Trichogramma parasitiert die Eier der Wachsmotte. Sie sticht diese an, so daß sich dort eine neue Wespe entwickelt anstatt die gefürchteten Larven der Wachsmotte. Man kann die Eier dieser Wespen kaufen und im Feldversuch an 12 Bienenvölkern zeigte sich die Methode als sehr wirksam. Die Anwendung kann nur in gut abgedunkelten Stöcken/ Nistkästen erfolgen da die geschlüpften Wespen sonst sofort fliehen. Rund 450 bis 500 Tiere sollen für 3 Wochen Rundum-Schutz eines Bienenvolkes genügen; die Anwendung erfolgt über die Dauer der Wachsmottenflugsaison.
Trichogramma geht nicht an die Raupen der Wachsmotte; diese sind also immer noch manuell zu entfernen.
Die Anwendung in Hummelvölkern sollte möglich sein; die Trichogramma-Eier kann man z.B. bei Koppert (Niederlande; ) bestellen. Erfahrungsberichte zur Anwendung bei Hummeln liegen nach bisherigem Erkenntnisstand jedoch nicht vor.

Feinde & Parasiten: Small Hive Beetle (Aethina tumida MURRAY)

Von diesem Parasiten haben belesene Imker schön gehört: Es handelt sich um einen kleinen, braunen Käfer (Coleoptera: Nitidulidae), der eigentlich in den Stöcken der südafrikanischen Kap-Biene (Apis mellifera capensis) beheimatet ist. Der Käfer legt seine Eier in versteckte Ritzen innerhalb des Wabenbaus. Die daraus schlüpfenden Larven fressen sich dann durch die Waben und fressen Wachs, Pollen, Honig und sich entwickelnde Bienen und Larven. Die Wabenbauten brechen zusammen, der Kot der Käferlarven und das Fehlen neuer Arbeiterinnen verursacht eine regelrechte Flucht der eigentlich unbeschadeten Bienen aus dem Stock.
Erst zur Verpuppung verläßt das Tier den Bau und volzieht in der Erde die Umwandlung zum Käfer.
Trotz dieses Zerstörungspotentials blieb der Käfer bisher unbeachtet, da die Kap-Biene rigoros gegen den Käfer vorgeht und die Zahl der Käfer niedrig hält (ca. 20 Käfer/ Stock wurden im Durchschnitt ermittelt).
Sie greift den Käfer an und die Tiere pferchen die Käfer regelrecht ein (engl. "coraling") um ein unkontrolliertes Wandern des Parasitens durch den Wabenbau zu verhindern.
Doch wie bei der Varroa-Milbe wurde man erst auf diesen Parasiten aufmerksam, als im Juni 1998 Berichte auftauchten, daß der Käfer in Florida aufgetaucht war und dort verheerend unter den Bienen wüteten. Diese europäischen Bienen besitzen so gut wie kein Abwehrverhalten gegen den Käfer und seit 1998 sind ihm ca. 20.000 Bienenvölker zum Opfer gefallen.
Es gibt z.Z. kein Mittel gegen diesen Käfer; ein Export nach Europa ist nur eine Frage der Zeit und kein Hindernis wie der Siegeszug der Varroa-Milbe gezeigt hat.

Nach einer aktuellen Studie von M.S. Stanghellini et al., (siehe Literatur & Links) erschienen in Apicultural Research dürfen wir auch um Hummeln fürchten.
In dieser im Labor durchgeführten Studie wurden vier gut entwickelte Zuchtvölker (100-200 Imagines) von Bombus impatiens absichtlich mit je 20 Small Hive Beetles zusammengebracht.
Das erschreckende Ergebnis: Der Käfer kann seine komplette Entwicklung in den Waben vollziehen. Er wird kaum attackiert oder vertrieben und seine Larven hinterlassen ein ähnliches Zerstörungswerk wie bei der europäischen Honigbiene. Der Käfer verdrängte sogar andere Parasiten und Kommensalen.
Nach 5 Tagen wurden bereits 3600 (!) Larven verschiedener Größe gezählt, die sich in den folgenden 10 Tagen nach und nach verpuppten. Die Hummelbrut war bereits nach 5 Tagen verzehrt.
Diese Ergebnisse sind sicherlich noch kein eindeutiger Beleg für eine echte Gefährdung wildlebender Hummeln da nicht geprüft wurde, ob der Käfer wilde Hummelkolonien überhaupt aufspüren kann. Auch ein Test an verschiedenen Hummelarten steht noch aus - diese Experimente sind lt. Autoren bereits am Laufen.
So haben auch die Hummelfreunde ein Grund mehr, sich um Bombus zu sorgen...

Feinde & Parasiten: Sphaerularia bombi

Mitte Mai bis Ende Juni kann man manchmal noch Hummelköniginnen beobachten, die ein eigentümliches Verhalten zeigen:

  • Die Hummeln fliegen träger, langsamer als arttypisch.
  • Sie landen häufig an kahlen, blanken erdstellen und krabbeln rastlos und länger als üblich herum
  • Sie fangen unvermittelt an, an solchen Stellen oder in aufliegendem Substrat zu graben bis sie fast vollständig mit Erde bedeckt sind.
  • Sie kommen wieder hervor und graben an anderer Stelle oder fliegen weiter

Diese Hummeln sind parasitiert und können kein Nest mehr gründen oder zu diesem Zwecke eingenistet werden. Auch verwaiste Waben nehmen sie nicht mehr an.
Die Königinnen wurden in der Winterruhe durch den in der Erde lebenden Nematoden Sphaerularia bombi (Klasse: SECERNENTEA, Unterklasse: DIPLOGASTERISTERIA, Ordnung: TYLENCHIDA , Unterordnung: SPHAERULARIINA ) parasitiert. Die Weibchen entwickeln sich im Laufe des Winters und legen zahlreiche Eier, aus denen die sich im Darm und in der Haemolymphe, dem "Blut" der Hummel, lebenden Larven schlüpfen. Der Parasit verändert das sonst typische Verhalten der Königin und "programmiert" sie regelrecht um. Statt Nistplatzsuche beginnt die Königin mit der Suche nach Winterruheplätzen und zeigt das dafür typische Grabverhalten (als Video unter "Ansiedeln von Hummeln").
Bei jedem Graben werden durch den After der Königin Hunderte von Nematodenlarven im III. Stadium in den Boden freigesetzt, die sich dort nach einem IV. Stadium zu erwachsenen Nematoden weiterentwickeln, die im Herbst nach im Boden überwinternden Königinnen suchen.
Man kann diesen Königinnen nicht helfen oder sie heilen. In manchen Böden ist der Nematode so häufig, daß fast alle Hummelköniginnen dieser Gegend infiziert sind - wer "seine" Humemlköniginnen vor solchen Parasiten etwas schützen möchte, sollte die infizierten Königinnen zumindest aus dem Garten verscheuchen.