Heute bin ich auch wieder zu einem Fall mit "Hornissenattacken" gerufen worden. Klang alles wieder sehr merkwürdig - garantiert 3 cm gross und zwischen Lampe und einer Tanne fliegend - aber sofort angreifend, wenn man aus der Tür geht. Wegen Allergien traute sich da nun keiner mehr in den Garten. Seit 2 Tagen soll das der Fall sein und alle (zum Glück keiner der allergischen Familienmitglieder) hätten schon ihre Stiche abbekommen.
Ich bin da hin und liess mir das erzählen. Keine Hornisse zu sehen. Die 1. Attacke war um 21 Uhr; das liess mich gleich wieder an die Junikäfer denken. Nur dazu passten nicht die dicken Quaddeln auf den Armen - hier hatte was gestochen, nur was?
Ich suchte die Tanne ab - nix, kein Erdnest oder sowas. Die Garage war auch ohne Nestspuren. Blieb da noch dieser Schuppen, von dem mir berichtet wurde, dass es da auch zu Stichen gekommen war als eine Schubkarre bewegt worden war.
Nichts zu sehen, keine Flugbewegungen.
Ich klopfte ein paar mal auf die am Schuppen angrenzenden Büsche - und war dann sehr froh, dass ich schon in weiser Voraussicht meinen Schutzanzug angezogen hatte weil ich wirklich mit dem (zum Glück sehr selten vorkommenden) aggressiven Hornissenstamm gerechnet hatte. Schaffte es grad noch, das Visier runterzuklappen - es war ein Nest der Mittleren Wespe:
[img]http://www.hymenoptera.de/Album/album33/mittlere.jpg[/img]
Die Kollegen fliegen derart schnell, dass man oft wirklich nicht erkennen kann, was einen da gestochen hat. Und hier wurden gleich die harmlosen, sich womöglich an Tannenläusen labenden Hornissen als Täter ausgemacht. Tatsächlich waren jeder dieser Attacken Störungen in diesem Bereich vorausgegangen - das Nest war aber wirklich nicht zu sehen gewesen.
Na, zum Glück war ich da und kein Giftspritzer. Das gute Stück wurde gleich umgesetzt und hängt jetzt - hoffentlich vor dem Waschbären sicher - im Garten!
Manchmal ist das eine richtige Detektiv-Aufgabe!
Grüsse
Melanie
Ja, die Media
Mit der Mittleren Wespe hatte ich auch schon so mache Geschichte erlebt. Es war beispielsweise voriges Jahr, wo ich zur Umsiedlung eines Ackerhummelnestes gerufen wurde, weil Bauarbeiten in der Nähe stattfinden sollten. Zudem wurde bereits eine Person gestochen (komisch dachte ich, Ackerhummeln sind ja recht friedfertig). Direkt neben dem Ackerhummelnest war eine kleine Konifere. Als ich vorsichtig am Ackerhummelnest arbeitete kam ich mit dem Rücken gegen die Konifere. Auf einmal waren mehrere Flugtiere in der Luft, ich war erst ein wenig baff, wo die den alle herkommen sollten, erst wenig später bemerkte ich ein kleines Nest der Mittleren Wespe sehr gut versteckt im der Konifere. Ich hatte aber glücklicherweise nur einen Stich, obwohl ich keinen Schutzanzug trug (den braucht man ja auch gewohnlich nicht für die Ackerhummel). Das Medianest erklärte dann übrigens auch den seltsamen Stich der Besitzerin dieses Gartens.
Etwas ähnliches passierte mal mit der Sächsischen Wespe an einem Dachvorsprung, in dessen unmittelbarer Nähe ein Kirschbaum war. Auch hier wollten die Besitzer das Nest der Sächsischen Wespe los werden, da die Tiere laut ihrer Aussagen so agressiv waren. Derweil hing nicht weit vom Sächsischen Wespennest entfernt ein grosses Medianest im Kirschbaum, das von unten her kaum sichtbar war.
Viele Grüsse
Michel
tjahaha...
..die Mittleren fliegen so flott...die bringen harmlose Nachbarn ganz schön in Verruf. Das Nest ist übrigens immer noch aktiv. Ich weiss aber nicht, wie gross es jetzt ist...es ist nämlich in einem Karton. Ich klopf gelegentlich mit einem langen Stab gegen und das Summen und rege Ausfliegen zeigt: Wohl ein gesundes Völkchen da drinnnen...
Melanie