
Fundort: 63303 Dreieich / Nistblock im Hausgarten
Erstes Auftauchen 27.06.2008 zeitgleich mit Heriades Truncorum.
Wurde im Forum Insektenfotos als Leucospis dorsigera bestimmt. Die Schlupfwespe ist gut 12mm lang und bohrt quer zu den Nistbohrungen durch das Holz, vorzugsweise von der Hirnholzseite. Wie sie die "richtige" Stelle findet ist mir rätselhaft, die Bohrversuche sind jedenfalls da zu beobachten, wo eine "gefüllte" Bohrung verläuft. Ich habe Lindenholz verwendet, um mir selbst das Bohren nicht zu sehr zu erschweren; Eiche oder Buche wäre die bessere Wahl, wie ich nun sehe. Die Wespe bohrt mit erheblicher Geschwindigkeit in eine Tiefe, die ich auf bis zu 15mm schätze. Den benachbarten Nistblock mit Pappröhren verschonen die Wespen zunächst. Die Rohre stecken in einem Kasten aus wasserfestem Sperrholz. Ob die Wespen am Ort geschlüpft sind, vermag ich nicht zu sagen, aber das plötzliche Auftauchen von einem Dutzend Exemplaren spricht dafür.
Gruß Hans
Ein neuer Parasit am Nistblock
Tolle Aufnahme!
Klasse, habe ich noch nie gesehen!
Irre Bohrtechnik, so hintenrum...
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Bohrtechnik
Habe inzwischen beobachtet, daß die Wespe die Holzoberfläche millimeterweise mit ihren Fühlern abtastet - anscheinend kann sie die Bewegungen bzw. Fressgeräusche der Osmia-Larven orten. Das funktioniert natürlich bei Pappröhren im Sperrholzmantel nicht gut. Der Bohrer rotiert nicht. Habe inzwischen auch einen Bohrversuch durch den Nestverschluß bemerkt.
Gruß Hans
Bohrtechnik
Hallo,
die Bohrtechnik ist die gleiche wie bei der Riesenschlupfwespe. Mit Fühlertrillern wird die Lage einer Larve genau geortet, in Tiefe und Rechts/Links-Wert. Es ist fantastisch zuzusehen, ich hatte mal das Vergnügen, aber leider keine Kamera dabei. Der Bohrvorgang geht erstaunlich gut vonstatten, wenn man bedenkt, dass der "Bohrer" ja eigentlich aus drei Teilen besteht und nicht stärker ist als ein Barthaar eines Mannes. Die große Problematik ist, dass die Tiere während des Bohrvorganges nicht fliehen können und ihren Fressfeinden hilflos ausgeliefert sind.
Das, was bei der obigen Aufnahme da gen "Himmel" gestreckt wird ist die "Scheide" des Bohrers, die auch aus zwei Teilen besteht.
Eine tolle Aufnahme!
Gruß
chillout
Schlupfwespen
>Eine tolle Aufnahme! - Danke.
Ich habe den Legebohrer dieser Wespe vermessen (2006):
http://farm1.static.flickr.com/70/181098288_6bc9131d9e.jpg
Er ist 0.3 mm dick, dabei hohl, weil auch noch das Ei durchpassen muß.
Diese Schlupfwespe ist mein heutiger Fund:
http://www.makro-forum.de/ftopic19467.html
Alle drei haben leicht unterschiedliche Bohrtechniken. Bei den beiden letzteren steht die Bestimmung noch aus.
Gruß Hans
Bohrtechnik
Hallo,
bei der oben im Bild dargestellten Art könnte es sich um eine Erzwespe der Fam. Leucospidae handeln. Der Habitus spricht jedenfalls dafür! Mehr dazu findet man unter http://www.faunistik.net.
Gruß
chillout
Bestimmung
danke,
die im Titelfoto dargestellte Wespe ist schon als Leucospis dorsigera bestimmt.
Gruß Hans
Bestimmung
Hallo Hans,
hatte ich im Text oben überlesen... war vom Bild so fasziniert!
Gruß
chillout