Mittlere Wespe oder "Kleine Hornisse"

Umsiedlung der Mittleren Wespe

Die Mittlere Wespe wird auch Kleine Hornisse genannt, da die Königinnen den Arbeiterinnen der Hornisse ähnlich sehen.
Die Mittlere Wespe baut Ihr Nest nicht in Hohlräumen, sondern in Sträuchern oder in Hecken. Die Nester bleiben normalerweise unentdeckt, bis die Hecke geschnitten wird. Dann verteidigen sie Ihr Nest und es kann zu Stichen kommen. Die Nester sind bis etwa Fußball-groß und haben nur ein Flugloch, welches am unteren Ende des Nestes ist. Nach einer Störung beruhigen sich die Tiere schnell wieder und fliegen in ihr Nest zurück. Das sehen einige Leute und stellen fest: Hier kann ich etwas unternehmen. Sie kaufen sich „Wespenschaum“ und sprühen damit das Volk tot. Hier ist es so, wie bei den Menschen – es trifft den falschen, denn diese Wespenart ist sehr friedlich und kann daher meistens nach entsprechender Information da gelassen werden, wo sie wohnen. Allerdings ist bei dieser Art eine Umsiedlung einfach, zumal das Nest, wenn es auffällt normalerweise gut erreichbar ist.
Um ein Nest umzusiedeln bereite ich es vor, indem ich – alle Arbeiten erfolgen mit Schutzkleidung - zuerst rundherum alle Äste und Zweige abschneide, die bei einer Umsiedlung stören könnten. Natürlich muss ein starker Zweig, an dem das Nest hauptsächlich hängt erhalten bleiben.
Dann lasse ich die Tiere wieder in Ruhe und sie gehen in das Nest zurück. Abends sind die meisten Tiere zuhause. Dann nehme ich einen dickwandigen Kunststoffbeutel und stülpe ihn von unten über das Nest. Oben wird der Beutel um den Ast herum zugebunden, der Ast lang genug abgeschnitten und das Nest damit am neuen Standort aufgehängt.
Hier lasse ich den geschlossenen Beutel noch ein paar Minuten (zur Beruhigung der Tiere) hängen. Dann wird er Beutel vorsichtig geöffnet und wieder in Ruhe gelassen. Danach ziehe ich den Beutel langsam und vorsichtig stückweise vom Nest, bis er ganz ab ist. Die Wespen fliegen sich auf den neuen Standort sofort ein.
Statt dieser Plastiktüte kann man auch eine Papiertüte verwenden, die von den Wespen zernagt wird, um wieder frei zu kommen. So braucht man nicht mehr danach zu sehen.

Wenn Nester in Mauernischen oder Fenstern gebaut wurden, fehlt der Ast zum aufhängen. Dann wird aus Kaninchendraht ein kleiner Korb gebogen, der das Nest aufnehmen kann. Diesen lege ich in einen dickwandigen Kunststoffbeutel und verfahre so, wie oben beschrieben. Das Nest kann am neuen Standort mit dem Draht wieder befestigt werden.

Zuerst hatte ich versucht, diese Nester in kleinen Kartoffelsäcken umzusiedeln. Das geht auch - aber nur solange, bis die Meisen wissen: hier gibt es Futter! – also: nicht empfehlenswert.

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Danke schön!

[Ich habe das Thema mal verschoben; hier passt es besser rein]

Das sind schöne Tipps!
Ich siedele diese Nester auch ganz gerne um weil eben selten - wie Du schon geschrieben hast: Wer sie entdeckt, ist meistens schon gestochen worden und hat dann wirklich keine Lust mehr auf ein Dulden des Volkes. Was schade ist - es sind sehr gute Fliegen- und Mückenjäger; geradezu spezialisiert auf schnelle Beute!

Problem ist auch, daß die Art irre erschütterungsempfindlich ist - kaum daß die mitbekommen, daß da jemand am Nest ruckelt, sind sie alle draußen. Und auf die Flugtiere sollte man nicht verzichten - die Nester haben nur wenige Arbeiterinnen (Um die 200) und da ist jede verlorene Arbeiterin ein Verlust. Bei Erschütterungen kommen sie auch echt alle raus - unter Umständen sogar inklusive der Königin! Da kann man ein Nest blitzschnell "leer" umsiedeln.

Meine Beobachtung auch: Benutzt man einen Karton zur Aufnahme des Nestes bei der Umsiedlung sollte man ein wirklich großes Flugfenster einschneiden; nicht nur einen schmalen Schlitz - denn den finden diese Tiere nicht gut. Es sind eben keine Höhlenbrüter!

Grüße
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -

Mittlere Wespe umsiedeln

Hallo,

meine Umsiedelungsmethode funktioniert mittels Pappkarton. Selbigen bereite ich dermaßen vor, dass ich einen Karton nehme, der einen leicht abzunehmenden Deckel hat. Der Deckel wird erst mal beiseite gelegt, dann mit einem Klebeband auf einer langen Seite des Kartons ein Stofftuch oder etwas festere Gardine befestigt, so dass der Stoff die Kartonöffnung überlappt.
Nun wird unter Vollschutz das Nest aus dem alten Standort geschnitten und in dem Karton mit den Zweigen, an denen das Nest hängt, verkeilt. Der Karton samt Nest wird jetzt an den alten Standort im Gebüsch etc. gesteckt. Der Stoff liegt jetzt auf dem "Dach" des Nestes.
Teil zwei der Umsiedelung erfolgt nachts. Der Stoff wird vorsichtig vom Dach gezogen und verhängt nun den Abflugbereich. Wers ganz besonders doll mag kann ja och Klettstreifen anbringen...
Zügig wird nun der Deckel auf den Karton geschoben und das Nest ist "im Kasten" und kann an den "Ruheplatz" verbracht werden, an dem es erst mal einen Tag verbleibt (hierzu gibt es hier im Forum eine andere Diskussion!). Das Aussiedeln erfolgt dann am folgenden Morgen in umgekehrter Reihenfolge.
Wichtig bei der Media ist, dass diese sehr empfindlich auf Überhitzung/Stauhitze reagiert. In den Kartons kann es bei Tage sehr schnell sehr heiss werden, daher empfehle ich, die eigentliche Absiedelung und den Transport bei Dunkelheit durchzuführen. Mir sind am Anfang meiner Karriere zwei Nester schlicht verhitzt, obwohl ich bei geöffneten Fenstern den Karton bei Tage transportiert habe!
Gruß
chillout