Hallo zusammen,
von meinen diversen unterschiedlichen Nistkästen ist die "Hummelburg" als erste besiedelt worden.
Überraschenderweise hat sich eine dunkle Erdhummel diesen Kasten ausgesucht. Überraschend deshalb, weil er für ein großes Nest dieser Art etwas klein ist und weil der Laufgang nur ca. 2 cm lang ist, was auch nicht in das normale Schema von Erdhummeln passt.
Nach der Besiedlung wurde der Eingansbereich sehr sorgfältig umgestaltet, insbesondere wurde das Flugloch verkelinert. Zusätzlich wurde offenbar der Eingangbereich auch mit Pheromonen markiert, da andere auf Nistplatzsuche befindliche Erdhummeln vor dem Flugloch abdrehen und den Kasten nicht inspizieren.
Selbstbesiedlung Hummelburg 29-03-07
Veränderung des Einfluglochs
Hallo Manfred,
Ist es typisch für Erdhummeln, dass sie selbständig das Flugloch verändern? Würde die Pheromonmarkierung auch bei Rückkehrerinnen des Vorjahres die Schwestern daran hindern, in den Kasten einzudringen? Und zuletzt: kann gerade die Pheromonmarkierung Kuckuckshummeln anlocken? Ich konnte letztes Jahr bei mir beobachten, dass eine Kuckuckshummel ziemlich schnell das relativ unauffällige Loch in einem Pappvorbau entdeckte und auch nach dem ich sie verscheucht hatte, versuchte, ziemlich hartnäckig zurückzukehren. Ich ärgere mich jetzt noch, dass ich sie nicht eingefangen und fotografiert habe.
Gruß,
Frank.
Hornissenschutz Braunschweig
Pheromone
Also Geschwister lassen sich nicht abschrecken - zumindest nicht bei Steinhummeln, die sehr gut zurückkehren. Da habe ich schon Opfer finden müssen. Aber womöglich ist da einfach auch der Drang stärker - gelegentlich kommt es aber vor, daß eine 2. Königin einer anderen oder der selben Art dort versucht einzuziehen. Diese "Besiedlungsmarkierung" - sofern es sie gibt - kann also nicht absolut wirken. Es macht aber durchaus Sinn, daß Königinnen ihre Präsenz anzeigen um unnötige und gefährliche Kämpfe zu vermeiden. Ev. zeigt diese Markierung auch die Fitness der Königin an so daß es in manchen Fällen eben doch versucht wird, den Nistplatz zu übernehmen.
Bestätigen kann ich auch, daß die Kuckuckshummeln Nester gezielt aufsuchen - auch das spricht für einen gewissen Nestgeruch (den kann man bei starken Nestern ja auch schon mit ner Menschennase riechen...).
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Markierung durch Pheromone
Hallo Melanie,
um zu testen, ob der Eingangsbereich markiert wird oder nicht, habe ich in einenm besiedelten Schweglerkasten nach Abflug der Königin Laufgang und Vorbau ausgewechselt. Die Königin war bei der Rückkehr sichtlich verwirrt und ist noch einmal abgehoben (mit Pollenhöschen!) und hat bei der anschließenden Landung alles gründlich inspiziert. Ich denke, dieses Verhalten beweist, dass eine Markierung des Eingangs stattfindet.
Gruß aus HH Manfred
Beweisen noch nicht...
...aber ein deutlicher Hinweis.
War der Vorbau exakt identisch mit dem alten?
Meine Idee dazu wäre: Leg doch mal auf den Boden des Vorbaus ein passig zurecht geschnittenes Filterpapier und wechsele nach einigen Tagen nur Filterpapier und Laufgang aus. Und so ein Experiment ein paar Mal wiederholen.
Man könnte sogar mal Laufgang und Filterpapier zwischen verschiedenen Nestern tauschen und mal schauen ob und wie die Irritation dann ausfällt.
Sehr spannend...die Substanzen müsste man dann mal untersuchen; das müssen ja recht langlebige Lipide sein...oder sie werden regelmäßig ersetzt...interessant...
Melanie
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