In der Imkerei gab es vor einigen Jahren auch diverse "Hilfsmittel", die eine schonende Bearbeitung der Völker und insbesondere der Königinnen versprachen. Derzeit ist es allerdings ruhig geworden um diese Produkte und auch Praktiken.
So nutzten wir in der damaligen DDR "Lachgastabletten", die im Smoker verbrannt wurden, um Völker zu beteuben. Dabei verloren die Völker derart ihren Orientierungssinn, das sie auch innerhalb des angestammten Flugradius umgesetzt werden konnten. Allerdings war die Anwendung auch nicht ganz unproblematisch. Teilweise waren Verluste der Weiseln zu beklagen.
Ich könnte mir aber gut vorstellen, das die Verwendung von Lachgas eine gängige Alternative zur Staubsaugermethode wäre. Geklärt werden müsste sicherlich die Dosierung.
Zumindest gäbe es bei der Umsiedlung keinerlei Risiken massiver mechanischer Beschädigung der Hornissen. Das "gelöschte Gedächtnis" hätte zudem den Vorteil, das auch eine Umsiedlung auf relativ kurze Distanzen möglich wäre.
Soweit meine Gedanken. Würde mich freuen, andere Sichtweisen zu erfahren.
Hallo,
nun, ich habe für mich eigentlich je nach Nestgegebenheiten für die verschiedenen Ansätze entschieden. So fange ich bei freihängenden Nestern nur mit dem Kescher; bei Nestern im Rollladenkasten ist dahingegen der Staubsauger eine wunderbare Hilfe (quasi bei allen Nestern, die nur ein einziges Flugloch haben und bei denen man nicht in Gefahr läuft, Nestteile mit einzusaugen).
CO2 ist für mich eine wichtige Hilfe beim Einsetzen der Tiere - einfach praktisch, wenn man die ganze Damenliga kurz im Erlenmeyerkolben lahmlegen kann und sie dann einfach in den Kasten schütten kann. Niemals kommt bei mir CO2 bei der Königin oder der Brut zum Einsatz - von Honigbienen und Hummeln weiss man, dass CO2 physiologische Ãnderungen verursacht - die Ovarienreifung wird z.B. stimuliert. Daher ist mir das für diese Anwendungsgebiete zu gefährlich - zudem ist es schlichtweg teuer, ein ganzes Nest zu begasen und die Gefahr der Ãberdosierung ist erheblich.
Aber für das Handling der Arbeiterinnen ist es eine Riesenhilfe.
Die Alternative Lachgas würde ich gerne mal testen. Besonders reizvoll wäre es ja, wenn man damit das Vereinigen von Hornissenvölkern hinkriegen könnte. Habe immer wieder Mickervölkchen, die zusammen ein tolles Volk ergäben - nur CO2 löscht da gar nichts, das habe ich schon getestet. Die Völkchen trennen und bekriegen sich wie Markierungsexperimente zeigten. Aber wie kommt man an Lachgas ran?
Also ich muss gestehen, bis zur Wende habe ich mehrfach mit Lachgas gearbeitet. U.a. auch zur Völkervereinigung bei Honigbienen. Damals gab es diese Tabletten in einem Glasröhrchen mit, ich glaube 10 Stück Inhalt.
Ob es diese überhaupt noch gibt ist mir nicht bekannt. Aber eines ist sicher. Es/sie waren leicht anzuwenden und weitestgehend ohne feststellbare Nebenwirkungen. Zumindest war an den Völkern nichts negatives feststellbar. Weder in der Vitalität noch in der Legeleistung der Weiseln.
Ich denke bei einigermassen frei zugänglichen Nestern sollte es gut einsetzbar sein. Und, wie ich in meinem ersten Beitrag schon beschrieben habe, ist die Dosierung durch die Tablettenform recht einfach.
Weis denn jemand ob es diese Tabletten überhaupt noch gibt ?
Sonst werde ich mal meinen Imker-Laden befragen.
Inzwischen habe ich mich dazu Schlau gemacht. Es gibt wohl solche Kapseln - da Lachgas von manchen "Grenzerfahrungsgängern" auch als halluzinogene Droge verwendet wird, gibt es inzwischen einen gewissen markt dazu. Rechtlich übrigens einwandfrei - nur medizinisches Lachgas unterliegt Verkaufsbeschränkungen. Per Flasche ist es am billigsten aber wohl schlecht zu handeln für die Umsetzung(meist grosse Flaschen).
Nach wie vor scheint es Hornissen-Umsiedler zu geben, die CO2 zur Betäubung einsetzen, während die Königin noch im Nest ist.
Eine solche Umsiedlung kann man sich allerdings sparen: Die CO2-Betäubung einer Hornissenkönigin führt in den meisten Fällen zur Drohnenbrütigkeit: Weibliche Nachkommen können nicht mehr erzeugt werden - mit der Folge, dass der Staat in kurzer Zeit zusammenbricht und auch keine Jungköniginnen ausfliegen.
Wer also unbedingt CO2 einsetzen will, sollte das erst tun, nachdem die Königin abgefangen wurde und eine CO2-Betäubung der Königin auf jeden Fall ausschließen!
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Schonende Umsiedlungsverfahren
In der Imkerei gab es vor einigen Jahren auch diverse "Hilfsmittel", die eine schonende Bearbeitung der Völker und insbesondere der Königinnen versprachen. Derzeit ist es allerdings ruhig geworden um diese Produkte und auch Praktiken.
So nutzten wir in der damaligen DDR "Lachgastabletten", die im Smoker verbrannt wurden, um Völker zu beteuben. Dabei verloren die Völker derart ihren Orientierungssinn, das sie auch innerhalb des angestammten Flugradius umgesetzt werden konnten. Allerdings war die Anwendung auch nicht ganz unproblematisch. Teilweise waren Verluste der Weiseln zu beklagen.
Ich könnte mir aber gut vorstellen, das die Verwendung von Lachgas eine gängige Alternative zur Staubsaugermethode wäre. Geklärt werden müsste sicherlich die Dosierung.
Zumindest gäbe es bei der Umsiedlung keinerlei Risiken massiver mechanischer Beschädigung der Hornissen. Das "gelöschte Gedächtnis" hätte zudem den Vorteil, das auch eine Umsiedlung auf relativ kurze Distanzen möglich wäre.
Soweit meine Gedanken. Würde mich freuen, andere Sichtweisen zu erfahren.
Gruss, Detlef
Co2
Hallo,
nun, ich habe für mich eigentlich je nach Nestgegebenheiten für die verschiedenen Ansätze entschieden. So fange ich bei freihängenden Nestern nur mit dem Kescher; bei Nestern im Rollladenkasten ist dahingegen der Staubsauger eine wunderbare Hilfe (quasi bei allen Nestern, die nur ein einziges Flugloch haben und bei denen man nicht in Gefahr läuft, Nestteile mit einzusaugen).
CO2 ist für mich eine wichtige Hilfe beim Einsetzen der Tiere - einfach praktisch, wenn man die ganze Damenliga kurz im Erlenmeyerkolben lahmlegen kann und sie dann einfach in den Kasten schütten kann. Niemals kommt bei mir CO2 bei der Königin oder der Brut zum Einsatz - von Honigbienen und Hummeln weiss man, dass CO2 physiologische Ãnderungen verursacht - die Ovarienreifung wird z.B. stimuliert. Daher ist mir das für diese Anwendungsgebiete zu gefährlich - zudem ist es schlichtweg teuer, ein ganzes Nest zu begasen und die Gefahr der Ãberdosierung ist erheblich.
Aber für das Handling der Arbeiterinnen ist es eine Riesenhilfe.
Die Alternative Lachgas würde ich gerne mal testen. Besonders reizvoll wäre es ja, wenn man damit das Vereinigen von Hornissenvölkern hinkriegen könnte. Habe immer wieder Mickervölkchen, die zusammen ein tolles Volk ergäben - nur CO2 löscht da gar nichts, das habe ich schon getestet. Die Völkchen trennen und bekriegen sich wie Markierungsexperimente zeigten. Aber wie kommt man an Lachgas ran?
Melanie
Lachgas zur Völker-Vereinigung
Also ich muss gestehen, bis zur Wende habe ich mehrfach mit Lachgas gearbeitet. U.a. auch zur Völkervereinigung bei Honigbienen. Damals gab es diese Tabletten in einem Glasröhrchen mit, ich glaube 10 Stück Inhalt.
Ob es diese überhaupt noch gibt ist mir nicht bekannt. Aber eines ist sicher. Es/sie waren leicht anzuwenden und weitestgehend ohne feststellbare Nebenwirkungen. Zumindest war an den Völkern nichts negatives feststellbar. Weder in der Vitalität noch in der Legeleistung der Weiseln.
Ich denke bei einigermassen frei zugänglichen Nestern sollte es gut einsetzbar sein. Und, wie ich in meinem ersten Beitrag schon beschrieben habe, ist die Dosierung durch die Tablettenform recht einfach.
Weis denn jemand ob es diese Tabletten überhaupt noch gibt ?
Sonst werde ich mal meinen Imker-Laden befragen.
Gruss, Detlef
Lachgas zur Völker-Vereinigung
Inzwischen habe ich mich dazu Schlau gemacht. Es gibt wohl solche Kapseln - da Lachgas von manchen "Grenzerfahrungsgängern" auch als halluzinogene Droge verwendet wird, gibt es inzwischen einen gewissen markt dazu. Rechtlich übrigens einwandfrei - nur medizinisches Lachgas unterliegt Verkaufsbeschränkungen. Per Flasche ist es am billigsten aber wohl schlecht zu handeln für die Umsetzung(meist grosse Flaschen).
Melanie
Kein CO2 bei Königinnen!
Nach wie vor scheint es Hornissen-Umsiedler zu geben, die CO2 zur Betäubung einsetzen, während die Königin noch im Nest ist.
Eine solche Umsiedlung kann man sich allerdings sparen: Die CO2-Betäubung einer Hornissenkönigin führt in den meisten Fällen zur Drohnenbrütigkeit: Weibliche Nachkommen können nicht mehr erzeugt werden - mit der Folge, dass der Staat in kurzer Zeit zusammenbricht und auch keine Jungköniginnen ausfliegen.
Wer also unbedingt CO2 einsetzen will, sollte das erst tun, nachdem die Königin abgefangen wurde und eine CO2-Betäubung der Königin auf jeden Fall ausschließen!