Hallo,
auf der Suche nach Informationen über die Überwinterung und Pflege von Hummeln stieß ich auf Ihr Forum.
Mein "Problem":
Auf meinem Anwesen in Schwedisch-Lappland finden sich sehr viele Hummeln, auch die in Deutschland wohl bedrohte Große Erdhummel (Bombus magnus), welche ich besonders mag. Leider finden sich nirgendwo Hinweise, zu welchem Zeitpunkt man (oder ob man überhaupt) Königinnen zur Überwinterung "einfangen" kann und in welcher Art Winterquartier sie zu überwintern sind.
Mein Vorhaben:
Ich möchte gerne einige Königinnen dieser Hummelart mit nach D nehmen, sie dort überwintern, um sie im Frühjahr (konntrolliert, in einer künstlichen Behausung) Völker aufbauen zu lassen.
Fragen:
a) Wann fängt man die Königinnen ein,
b) worin und wo (z.B. kühler Keller) überwintert man sie,
c) wann und worin quartiere ich sie im Frühjahr ein?
Ich bin handwerklich firm, weshalb ich die Behausungen gerne selbst herstellen möchte. Gibt es dazu Baupläne?
Vielen Dank,
sapmi
illegal, erfolglos, nutzlos
Hallo,
Ich fürchte hier kann man Dir nicht helfen:
Erstens ist das was du schreibst in Deutschland nicht erlaubt, da Hummeln besonders geschützt sind.
Zweitens, liegt das Problem der Hummeln nicht bei der Überwinterung sondern beim Mangel an Trachtpflanzen/Biotopen.
Daher hat die künstliche Überwinterung keinen Sinn aus Artenschutzsicht.
Drittens verpilzen/sterben viele Tiere bei solchen Versuchen.
Bist du dir sicher, dass du Bombus magnus im Garten hast? Kannst du ein Foto einstellen? Wir schauen uns das gerne an.
Nochmal:
Hummeln, als Privatmann, über Kilometer zu verfrachten ist aus Artenschutzsicht etwas absolut undenkbares.
Das soll Dich natürlich nicht davon abhalten, Dich für die Hummeln zu engagieren. Hast Du schon Hummelkästen?
Schöne Grüße,
Krommyon
Das verstehe ich nun nicht
Ich finde die "Begrüssungsüberschrift" nicht unbedingt freundlich! Aber sei es drum.
Weiter im Text:
1. Natürlich gibt es hier oben starke Vorkommen der Bombus magnus, nicht in meinem Garten, sondern in der
Wildnis, welche mich umgibt.
2. Trachtprobleme gibt es hier nicht, und auch nicht dort, wo ich dachte, mit der Ansiedlung der B.m. einen
Beitrag zur Wiederetablierung dieser seltenen Art leisten zu können.
3. Weshalb gibt es Hummelkästen, wenn die Ansiedlung von Hummeln in solchen nicht erlaubt ist. Meiner
Frage liegt/lag die Intention zugrunde, B.m. für eine Annahme künstl. Behausungen "gewinnen" zu können
wobei es mein Gedanke war, Königinnen solche bereits zur Überwinterung anzubieten.
Trotz meiner Enttäuschung danke ich für die Antwort.
Beste Grüße und Tschüss,
sapmi
Schwieriges Unterfangen
Zum einen müßte die Art verifiziert werden - ist es Bombus magnus und ist es eine Linie, die in Deutschland überhaupt vertreten ist. Das ist nicht so selbstverständlich - inzwischen weiß man, daß die "Zuchthummeln", die als "Erdhummeln" verkauft sind, alles mögliche umfassen...eben darunter auch B. terrestris aber eben nicht nur.
Leider ist durch diese Hummelzüchterei inzwischen vieles verschleppt worden und erst allmählich bekommt man mit was da so alles dran hängt - gut daß die Australier sich diesem Hummelimport entgegenstellten; die haben aus der Vergangenheit eben schon gelernt.
Ich würde das also auch eher verhalten begeistert aufnehmen, diese Idee. Warum nicht die Hummeln einfach dort lassen wo sie offenbar erfolgreich existieren.
Übrigens ist das Aufstellen von Nisthilfen vollkommen in Ordnung - auch juristisch. Man darf eben nur nicht Hummelköniginnen einfangen und da reinkrabbeln lassen. Aber wenn sie das von alleine tun, ist das in Ordnung.
Das Überwintern von Hummelköniginnen ist nicht ganz einfach - zum einen brauchst Du verpaarte Jungköniginnen. Diese aber gehen in der Regel nach der Paarung recht schnell in Winterruhe und graben sich ein. Da müßtest Du ganz schön suchen um die zu finden...oder Du betreibst eine kontrollierte Zucht und läßt sie sich im Freiflugkäfig selber eingraben.
Das Überwintern kann im Kühli erfolgen - allerdings verpilzen sie dort öfter und schneller als in freier Wildbahn - man tut ihnen also auch hier nicht so recht ein Gefallen.
Der beste Hummelschutz ist das Schaffen natürlicher Ressourcen - unberührter Naturflächen, Wildblumenwiesen anstatt Monoagrarflächen. Investiere in Flächenankaufsprogramme der NABU Stiftung oder anderer Vereine, die die Umwidmung in Bauland, Gewerbeflächen und Agrarflächen durch ANkauf verhindern. Unterstütze das Netzwerk "Blühende Landschaften", die Landwirten helfen, das Konzept von Zwischen- und Untersaaten anzunehmen. Setze Dich dafür ein, daß in Deiner Umgebung Natur erhalten bleibt - ob in Nachbars Garten oder in der Kommune.
Hummelnisthilfen sind nett aber sie sind eher ein umweltpädagogisches Instrument zur Sensibilisierung von Gartenbesitzern - echter Hummelschutz ist umfassender, längerfristig und eben nicht so einfach. Daher ist auch der Import von Populationen aus geographisch anderen Regionen auch eher problematisch...machbar aber erfolgreich?
Aber schön, daß Du Dich überhaupt damit beschäftigst - schon das ist schon gewaltig mehr als viele Mitmenschen wissen und leisten!!!!
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Es wurde wohl etwas völlig missverstanden, ...
... weshalb es macherlei Klarstellungen bedarf:
1. Ich betreibe im Rahmen eines schwedischen Projektes in Nordschweden eine Imkerei mit dem Schwerpunkt
der Zucht von Königinnen der Rasse Apis mellifera mellifera linaeus. Parallel dazu unterhalte ich auch in D
eine Zuchtstation, eine Reinpaarung im Freiflug ist möglich. Mein Anliegen ist es, dieser in Mittel- und
Nordeuropa einst ausschliesslich vorkommende Rasse (welche natürlich in verschieden Ökotypen
vorkommt) auch in Deutschland wieder einen Lebensraum zu geben, was mir zunehmend gelingt. Gegen
den Widerstand vieler Imker wird der Kreis meiner "Jünger", nicht nur in Deutschland, mehr und mehr.
2. Als "Heimatstandort" für meine Bienen erwarb in Deutschland eine (Natur-) Fläche von 0,75 ha, auf
welcher ich auch Vogelschutz betreibe. Auf 0,25 ha legte ich eine "Streuobstwiese" an.
3. In Schweden bin Mitglied der Ornithologischen Vereinigung.
Sie sehen, dass ich mich durchaus der Sache des Arten- und Naturschutzes widme.
Im Blick auf das überreiche Vorkommen von Hummeln in meiner schwedischen Heimat kam in mir ganz einfach der Gedanke auf, speziell die Hummelart Bombus magnus, welcher ich besonders zugetan bin, auch in meinem Biotop in Deutschland wieder "heimisch" zu machen.
Sämtliche Ausführungen hier stimmen mich nun nachdenklich. Ich habe fast den Eindruck, dass auch hier das typisch deusche Wesen vor der Sache der Natur die Oberhand hat. Es werden mir Worte wie "illegal, erfolglos, nutzlos" entgegengehalten, auch wird "Justita" bemüht.
Zu der Äusserung, "warum nicht dort lassen, wo sie sind" bin ich im Blick darauf, das die B.m. in Deutschland kaum mehr vorkommt eher sprachlos. Ich liess die Dunkle Biene, welche in D lange als bedroht galt, auch nicht dort, wo sie noch vorkam. U.a. durch meine Aktivitäten kehr diese robuste Biene wieder in ihr angestammtes Gebiet zurück. Weshalb sollte ein solches Vorhaben für die B.m. scheitern, an der Bürokatie? die, wie ich nun feststelle, in Schweden zum Glück doch nicht ganz so ausgeprägt ist wie in Deutschland.
Diese Sache ist für somit erledigt, ich danke für die Ausführungen.
Verstehe es nicht
@ melanie, ich zitiere:
"Hummelnisthilfen sind nett aber sie sind eher ein umweltpädagogisches Instrument zur Sensibilisierung von
Gartenbesitzern - echter Hummelschutz ist umfassender, längerfristig und eben nicht so einfach."
Weshalb lassen Sie auf Ihrer Seite Werbung für Hummelwohnungen zu? Im Blick auf Ihre geäußerte Meinung finde ich diese Werbung nicht korrekt. Ich hätte auch dann kein Verständnis, begründeten Sie diese Werbung mit Einnahmen daraus.
Sehen Sie mir diese Kritik bitte nach.
Lieber sapmi,(Nach deiner
Lieber sapmi,
(Nach deiner Selbst-Beschreibung glaube ich dich aus dem Nordbiene-Forum zu kennen.)
Das stimmt, meine Überschrift war etwas harsch. Wir haben nur Probleme mit Leuten, die Hummeln wie Haustiere halten wollen, oder genauer wie Honigbienen. Diese (wenn auch ganz wenigen) Leute behandeln ihre Hummeln mit Essigsäure und fahren in die Berge um irgendwelche selten Arten "bei sich im Garten heimisch zu machen", was nichts als Mord ist, weil das halt so nicht klappt.
Sei mir nicht böse, aber man erkennt bei dir halt auch eine deutliche Imkermentalität: "Ich halte Honigbienen und verfrachte die nach Deutschland, warum mach ich mir dann auf meiner Wiese nicht auch diese eine Hummelart heimisch, die doch so hübsch ist?!?"
So geht das halt nicht. Hummeln sind kein Spielzeug, das man in seinen Garten schleppt, weil man diese oder jene Art halt gerne dort hätte. Dieses Verschleppen hat die Honigbiene in der Natur ausgerottet! Gerade von einem Apis mellifera mellifera-Halter hätte ich hier mehr Sensibilität erwartet!
Zu Bombus magnus:
- Diese Art ist schwer zu erkennen, weshalb es keine verlässlichen Häufigkeitsangaben gibt.
-Sie ist so schwer zu erkennen, dass die Experten bei Fotos streiten, ob es wirklich B. magnus ist (sofern es überhaupt möglich ist sie bei Arbeiterinnen sicher zu bestimmen)
Wenn Du magst, stell ein gutes Macro-Foto ein, auf dem man die Binde auf dem Collare (kopfnaher Thorax) von der Seite(!)
sehen kann; dann hat man eine Chance darüber was zu sagen.
Das Halten von Hummeln in Kästen ist tatsächlich kein unmittelbarer Artenschutz, aber, sofern der Kasten gut ist (und bei den hier angebotenen kann man darüber streiten), schadet es den Tieren nicht.
Ich finde es gut, dass du den Hummeln helfen willst. Aber man muss ihnen auf ihre Art helfen, nicht so wie es einem selbst pässlich ist. Mit der Gestaltung von Grünland hast du den Hummeln in deiner Gegend ja schon einen Gefallen getan!
Freundliche Grüße,
Christian
Rundumschläge
Bester Christian,
dass wir uns aus dem Nordbienenforum kennen glaube ich weniger, ich kann mich nicht erinnern. Zudem verkehre ich dort nicht (mehr). Es ist nicht meine Linie, als Züchter der A.m.m. verschiedene Ökotypen einer Rasse unter die Leute zu bringen, mit der Begründung auf einen entsprechenden Hinweis, eine Deutsche Dunkle kreiren zu wollen. Du scheinst Dich mit der A.m.m. zu befassen, weshalb ich in diesem Zusammenhang erwähne, dass aus meinen Linien Zuchtgut in ein Nigra-Programm ging, mit dem Angebot von dort, mir im Tausch Nigra-Zuchtgut zukommen zu lassen. Ich lehnte dieses Angebot dankend ab, mit der Begründung, meine Linien rein halten zu wollen. Das Zuchtgut von mir ging kostenfrei dorthin. Ebenso gab ich Ableger, Königinnen und weiters Zuchtgut gegen Aufwandersatz an wirklich der Dunklen verbundene Kollegen ab. Soviel zu Idealismus und mangelnder Sensibilität.
Was mir an Deiner Art nicht gefällt ist Deine Wortwahl ("illegal, erfolglos, nutzlos"). Dann der Vorwurf der mangelnden Sensibilität als Züchter (nicht Halter) der A.m.m.l Ich finde die Bezeichnung "Halter" im Zusammenhang mit Bienen nicht angezeigt, meine Bezeichnung lautet "Pfleger". Auch gibt es bei mir keinen Zuchtstoff, sondern es gibt Zuchtgut. Nur, damit Du meine Einstellung verstehst!
Aber zur Sache selbst:
Ich stellte Fragen zu Hummeln und ich bat um Antworten. Antworten erhielt ich bis dato nicht in der Weise, wie ich sie erhoffte.
Wie ich in einem solchen Fall vorgegangen wäre: Ich hätte dem Fragesteller seine Fragen korrekt, umfassend und ohne Vorwürfe zu erheben beantwortet. Dann hätte ich allerdings auf die die Problematik hingewiesen, so es eine solche gibt, was ja wohl auch der Fall zu sein scheint.
Doch aus den Vorhaltungen hier auf meine ganz einfachen Fragen hagelte überwiegend Kritik. Doch Selbstkritik kennt man in Naturschutzbünden nicht; das erkenne ich daran, dass man Hummelnisthilfen in Frage stellt, doch (wohl) des Mammons wegen Werbung für solche gerne einstellt.
Ich muß auch bekennen, dass ich erst nach einigen Besuchen hier erkannte, dass ich beim NABU gelandet bin. Wäre dieses mit gleich aufgefallen, hätte ich diese Seite gemieden, weil ich von "organisiertem Naturschutz" nichts halte.
Die Sache insgesamt ist für mich hiermit abgeschlossen, ich werde diese Seite nicht mehr aufrufen.
Freundliche Grüße, sapmi
"Ich lehnte dieses Angebot
"Ich lehnte dieses Angebot dankend ab, mit der Begründung, meine Linien rein halten zu wollen."
Du willst also DEINE Linien reinhalten, aber bei den Hummeln ist Dir das egal? Wie nett.
Damit offenbarst Du auf allerdeutlichse Weise, dass es dir nur ums Besitzen der Tiere geht. Du willst "reine" Honigbienenlinien besitzen, weil die viel cooooler sind und dann wärs nett auch noch die oder die Hummelart bei dir zu haben.
"MAN Leute ich hab nicht nur diese exotische Apis m.m. neee maaaan ich hab sogar noch diese seltene Hummel B. magnus!!!"
Deswegen bin ich so skeptisch, was die Imker angeht. Die wollen immer besitzen und sich brüsten.
"Doch Selbstkritik kennt man in Naturschutzbünden nicht; das erkenne ich daran, dass man Hummelnisthilfen in Frage stellt,."
Die Hummelnisthilfen wurden von niemandem in dieser Allgemeinheit "in Frage gestellt". Sie haben nur keinen Artenschutzwert.
"Ich stellte Fragen zu Hummeln und ich bat um Antworten. Antworten erhielt ich bis dato nicht in der Weise, wie ich sie erhoffte:"
Du wolltest hören:
"Boah sapmi, überwinter die Queens auf Kork bei -10°C und vorher schön einessigen, das poliert die gelben Bänder auf blabla..."
Du hast beide male aber eine Antwort bekommen, die dir nicht gefallen hat: Es ist technisch schwierig und aus Artenschutzsicht nicht sinnvoll. Wenn diese Hummeln bei Dir in Deutschland nicht vorkommen hat das seinen Grund. (Wobei es durchaus möglich ist, dass sie bei Dir vorkommen, du sie aber nicht erkennst.)
Jedes Kind sollte verstehen, dass man nicht einfach Tiere umsiedeln kann, wie es einem gefällt. Das geht nur bei Haustieren. Bei der Honigbiene, die auch auf GENAU diese Weise ausgerottet wurde.
Du wolltest hier halt als Experte aufschlagen und als Artenretter gefeiert werden und es stinkt Dir, dass es so nicht gelaufen ist!
"Die Sache insgesamt ist für mich hiermit abgeschlossen, ich werde diese Seite nicht mehr aufrufen."
Na, wenn du so empfindlich bist, wundert es mich nicht, dass du auch im Nordbiene Forum nicht mehr verkehrst.
Lass mich raten, man hat die Reinheit "deiner" Linien angezweifelt?
Beste Grüße,
Christian