Trinken Hymenopteren auch Meereswasser?

Was ich schon länger mal fragen wollte:

Bei Strandwanderungen in einem Herbsturlaub auf Usedom fiel mir während einiger nasskalter, stürmischer Tage auf, dass Wild-Bienen, Hummeln und Wespen, sogar eine Hornisse entlang der Wasserlinie von Wellen überspült worden waren und sich auf dem nassen Sand kaum noch bewegen, geschweige denn wegfliegen konnten. Wahrscheinlich wegen der starken Abkühlung.

Was tun? Ich kam auf die Idee, sie auf einen Finger klettern zu lassen und dann zwischen meinen gewölbten Händen mit "Ober- und Unterhitze" erst mal aufzuwärmen. Da wurden sie schnell wieder aktiv und krabbelten flink umher. Ich brachte sie hoch zur Sanddüne und ließ sie in einer windgeschützten Mulde frei. Zuckerwasser oder Honig hatte ich natürlich nicht dabei, mit so etwas hatte ich ja nicht gerechnet. Dann wurde der nächste "Kugel-Backofen" voll gesammelt und so weiter.

Sehr verwundert hat mich, dass einige Hymenopteren von der Sanddüne schnurstracks zur Ostsee zurück flogen und wieder im nassen Sand landeten, wo sie von der nächsten Welle überspült wurden.
Gibt es eine Erklärung dafür? In all den Jahren davor und danach habe ich nie ein derartiges Verhalten beobachten können.

Das Wasser der Ostsee weist zwar relativ wenig Salzgehalt auf, aber ob es zum Trinken für diese Tiere geeignet ist?

Vespidaeschutz's picture

Hallo Hans-Peter

auch wenn ich keienAntwort auf deine Fragen weiß stelle ich einen beitrag ein, dass dieses in der Übersicht nicht verschwindet und evtl. doch noch von jemandem beantwortet werden kann.
dieses verhalten ist schon mit verwunderung zu lesen.
vielleicht weist das wasser in unkmittelbarer strand und brandung nicht den slazgehalt der restlichen see auf.
filterung durch sand und so. vielleicht gibt gerade das salz als lebenswichtiger stoff anlass zur vorbeischau und aufnahme. vielelicht sidn dort aber auch entsprechende beutetiere zu finden die im schlechtwetter die anderen fluinsekten ersetzen- was soll ich alles spekulieren- jemand der die antwort kennt soll uns helfen.

viel glück und alles gute

hornissenberater.de

erik

Hallo Erik

Danke, dass du dir Gedanken drüber gemacht hast. Ja, an solche Möglichkeiten habe ich auch gedacht. Allerdings lagen keine gestrandeten Fische oder sonstige Wassertiere am Ufer. Es würde nicht lange dauern, bis die Möwen das erspäht hätten, und ruckzug wären sie in ihrem Magen gelandet. Wenn die Hautflügler auf Mineraliensuche sein sollten: Davon gibt es im Meereswasser reichlich. In der Ostsee vielleicht ein bisschen weniger, weil deren Salzgehalt niedriger ist. Kann man auf der Zunge erschmecken. Im Gegensatz dazu ist das Wasser von Nordsee, Atlantik usw. derart salzig und bitter, dass es einem fast den Magen umdreht.

Normalerweise sieht man am Strand nur vereinzelt eine Wespe auf Patrouille-Flug. Die Wildbienen kommen meistens nur bis zur Sanddüne, wo es von Frühjahr bis Herbst immer irgendwelche blühenden Pflanzen gibt. Und Hornissen habe ich sonst noch nie im Strandbereich gesehen.

Schöne Grüße

Hans-Peter

Salz ist lebenswichtig

Hallo Hans-Peter und Erik,

jetzt wo Erik es aufgeschrieben hat fällt mir etwas aus meinem Imkerwissen dazu ein.
Demeter beruft sich auf Rudolf Steiner und der hat schon vor cirka 100 Jahren gesagt man soll ins Bienenfutter Salz geben weil es lebenswichtig ist. Selbst gemacht habe ich es noch nicht aber es ist Imkern die nach Demeter-Richtlinie arbeiten vorgeschrieben ins Winterfutter außer verschiedenen Tee auch Salz zu geben.
Was Honigbienen gut tut suchen vielleicht auch andere Hymenopteren.
Hoffen wir, dass sich ein Fachmann -frau findet der uns weiter helfen kann.

Gruß aus Baden
Bernd

Vespidaeschutz's picture

Altes muss nicht überholt sein,

na was Bernd schreibt ist ja auch interessant. Ich habe zwar keine Ahnung vom Imkern aber vielleicht ist ja was dran an der Geschichte. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass dieses Jahr noch so einige Merkwürdigkeiten noch für uns übrig hat.

Kleine Geschichte:
Gestern spätnachmittag habe ich zwei Fedlwespen bei mir im Hundewassernapf tot schwimmend gesehen. Sie kommen von unter meiner Garage seit Jahren immer zum Wassernapf um Wasser zu holen. Da mein Sohn den Wasserspiegel immer wieder senkt rutschen viele ab und fallen rein.
Ich nahm Sie raus und wollte sie eigentlich in meine Konservierungsflüssigkeit einlegen. Habs aber vergessen. Gestern abend habe ich sie dann nochmals vom schreibtisch etwas verschoben- beide stocksteif.

Heute früh wäre ich dann fast in eine reingetreten. Erst beim Zeitunglesensah ich die eine am Boden liegen und die andere irgendwo am Schreibtisch. Nicht Quicklebendig aber lebendig. Zuckerwasser und Bienenfutterteig machten aus der einen ziemlich schnell eine fidele Feldi- die andere hatte denke ich mal noch neurologische störungen- schäden zu verzeichnen. aber beide nahmen etwas an mahlzeit zu sich. ichhabe sie dann auf einen warmen ziegelstein bei den Mutternestern abgesetzt. dasitzen sie jetzt noch. na ja für auferstandene tote sind sie nicht schlecht lebendig. vielleicht schaffen sie es ja noch.

grüße aus der Notaufnahme vom Hornissenberater.de

erik

Die Auferstehung und das LebenDie Auferstehung und das Leben

Gute Nachrichten aus der Notaufnahme

Hallo Erik,

schön, dass du die beiden wieder auf ihre Beine bringen konntest. Ich drücke die Daumen für weitere Genesung.

Das bringt mich auf die Idee, im nächsten Urlaub eine Erste-Hilfe-Ausrüstung für Hautflügler (kleines Fläschchen Zuckerwasser und ein bisschen Bienenfutterteig) in den Wanderrucksack zu packen. Auf die paar Gramm kommt es auch nicht an. Den Teig kann man sich ja glaube ich selber zusammenmischen, habe es mal irgendwo gelesen.

Schöne Grüße
Hans-Peter

admin's picture

Kann es sein...

...daß die Tiere schlichtweg desorientiert waren oder vom Wind verschleppt worden waren? Ich denke nicht, daß sie dort jagten (wenngleich es da bestimmt auch allerlei Leckeres gibt).

Grüße
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -

Hallo Melanie,

ja, es schien mir, dass die Hautflügler desorientiert waren. Zur Zeit meiner Beobachtungen blies der Wind auflandig, die Tiere wären dann eher ins Insel-Innere verfrachtet worden. Könnte aber auch sein, dass der Wind am Abend vorher seewärts ging, die Hymenopteren dabei Richtung Ostsee abdrängte und in der Nacht oder am nächsten Morgen die Richtung gewechselt hat. Habe mir auch schon überlegt, ob die Tiere vielleicht nur ein Salz-Bad nehmen wollten, um eventuell Milben loszuwerden. So wie zum Beispiel Vögel gerne im Wasser baden oder Wildschweine sich im Schlamm suhlen.

Schöne Grüße
Hans-Peter