
In der USA erfolgt die Bestäubung der Luzern ausschließlich durch eine eigens dafür eingeführte und gezüchtete Blattschneiderbiene (Megachile rotundata). Nun gibt es auch in Deutschland einen Biologen, Dr. Mike Herrmann, der die Kokons von Mauerbienen an Obstbauern verkauft. Durch Bestandseinbrüche bei der Honigbiene kommt es anscheinend bereits zu Bestäubungsausfällen, die so kompensiert werden sollen:
LG Werner
Hier noch ein Fachartikel von Dr. Herrmann
Wer selber züchten will..
...kann sich unter
http://www.bienenhotel.de/Handbuch_der_Mauerbienenzucht.pdf
ein komplettes Handbuch runterladen in dem die Zucht und der Einsatz dieser Bienen beschrieben wird. Sehr spannend!!
Grüße
Melanie
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Wildbienenzucht auf dem Balkon. Das wärs ja! :-)
Hallo Melanie,
das Handbuch habe ich bereits ausgedruckt und verschlungen. Die Zucht scheint sich sehr stark an der Vorgehensweise bei Megachile rotundata in den USA zu orientieren. Ein interessantes Buch zu diesem Thema ist "Die Luzerne-Blattschneiderbiene" von Manfred Dorn und Dieter Weber, Neue Brehm-Bücherei, 1988. Es berichtet sehr ausführlich über Zucht und Biologie dieser Wildbiene.
Der einzige Punkt in den Ausführungen von Herrn Kornmilch der mir etwas "unheimlich" ist, ist die künstliche Verschiebung des Zeitfensters der Mauerbiene in den Sommer. Durch diesen Eingriff treffen plötzlich Wildbienenarten aufeinander, die sich normalerweise nie begegnen würden. Vor allem wenn der bestäubungsinteressierte Käufer die Mauerbienen nach dem Motto "Viel hilft viel" einsetzt, könnte ich mir eine Konkurrenzreaktion zwischen Mauerbienen und den "zeitgerechten" Arten vorstellen.
LG Werner
P.S. Dr. Mike Herrmann hat sich zu dieser Fragestellung geäußert :
Die Mauerbienen werden von Obstbauern (nur) dort gezielt eingesetzt wo andere Bienen fehlen und eben auch genau deswegen. Ob Mauerbienen in Obstanlagen überhaupt mehr Konkurrenzdruck ausüben können als bisher die Honigbienenvölker ist eine andere Frage. Davon ab ist das Vorkommen von Wildbienen in Intensivobstanlagen, der Hauptinteressentenkreis, leider generell extrem gering. Eine Verschiebung des Schlupfes bis in den Sommer ist in der Praxis nur für Saatgutvermehrungsbetriebe relevant - und da wird schon aufgepasst, dass kein anderes Insekt kreuzbestäuben kann.
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