Hallo,
das Problem beim Bedachen einer Wildbienenwand ist immer, dass man mind. 1m (besser ist mehr) Dachvorsprung haben sollte, damit auch bei schräg einfallendem Regen ein hoher Schutz gewährleistet ist. Leider ist dann aber auch die Beschattung sehr groß. Aber gerade für die früh fliegenden Arten wie Osmia cornuta ist es wichtig, schon am frühen Morgen die ersten Sonnenstrahlen zu bekommen.
Jetzt habe ich auf einer privaten HP eine Wildbienenwand mit Plexiglasdach entdeckt. Das ist natürlich absolut genial, weil es keinen Schatten wirft.
Nun meine Frage: Besteht die Gefahr, dass sich die Bienchen unter dem Dach „verfangen“, d.h. es nicht als Hindernis erkennen und dann immer wieder dagegen fliegen und somit nicht mehr unter dem Dach hervorkommen.
Schöne Grüße
Patrizia
Hallo Patrizia, im Prinzip
Hallo Patrizia,
im Prinzip hast Du mit den Befürchtungen recht. Es gibt hier Irritationen. Aber: vor allem die Weibchen lernen sehr schnell, wo der beste An- und Abflug klappt. Ich habe z.B. ähnliches in einem alten Bienenwagen erlebt. Innen hatte ich Nisthilfen mit Mauerbienen ausgebracht. Die Männchen schwirrten ständig an den Fenstern herum, die Weibchen flogen nach kurzer Zeit sehr zielsicher die Luken der Klappfenster an.
Ich habe auch schon Nisthilfen in große leere Aquarien gestellt, um sie vor Regen zu schützen. Schlüpfende Bienen sind erstmal irritiert und schwirren in den Ecken herum, haben sie es aber erstmal gelernt, lenkt es sie kaum ab.
Das durchsichtige Dach sollte also nicht zu viel Störung bedeuten.
Eine Verbesserung könnte vielleicht eine halbtransparente Folie oder ein leichter Anstich bringen. Dadurch käme noch viel Licht durch, die Bienen würden aber den tatsächlichen Ausgang leichter finden.
Beste Grüße
Christoph