"meine" Solitärbienen - Larven-Raub :(

Hallo zusammen,
habe heute entdeckt das meine Solitärbienen-Nisthilfen zu mindestens 3/4 ausgeräubert sind *schluchz*
Verräterische Kotreste sprechen für die Blaumeis'chen hier. Kann ich den traurigen Restbestand irgendwie schützen? z.B. eine Baumwoll-Tasche ganz vorsichtig drüberhängen? Die Nistgänge sind ca. 1 bis 1,5 cm tief offen. Haben die hintersten Larven noch eine Überlebenschance?
Liebe Grüße - mimi (ganz traurig)

HansJWolter's picture

"meine" Solitärbienen - Larven-Raub :(

mimi,

ja, die Meisen finden nicht mehr so viel Frisches. Man kann die Nisthilfe mit einem Drahtgitter von angepasster Maschenweite schützen. Das kann dann ganzjährig bleiben. Brut aus den hinteren Zellen wird trotzdem schlüpfen. Direkt hinter dem Verschluss sind die Zellen mit Drohneneiern angeordnet.

Gruss Hans

admin's picture

Keine Sorge...

...wie Du schon schreibst: 1 bis 1,5 cm weit. Wenn die Bohrungen 5 bis 10 cm tief sind kannst Du also sicher sein, daß die hintere Brut in Ordnung ist. Zudem legen die Tiere vorne oft eine Leerzelle an, die keine Brut enthält (solche "Scheingräber" haben ja schon die alten Ägypter angelegt um Grabräuber davon abzuhalten, noch tiefer zu buddeln ;-)

Das Plündern von Nisthilfen ist durchaus normal aber auch kein Grund zur Panik. Ein Wildbienennisthilfe ist nunmal auch ein unnatürlich Nistort - so exponiert und massiert würden die Tiere in "freier Wildbahn" in der Regel nicht nisten. Man kann manchmal auch gut beobachten, wie Solitärbienen von hinten in Reetbündel einfliegen anstatt direkt von vorn - die mögen solche exponierten Lagen nämlich auch nicht besonders.

Wie Hans schon schrieb kann man natürlich dennoch was tun, eben mit Kaninchendraht oder sowas - oder man läßt es da sich der Schaden in Grenzen hält. Viel mehr als die Meisen profitieren die parasitischen Wespen und Bienen von diesen Nisthilfen. Tatsächlich werden in vielen Zellen nicht die Tiere heranwachsen die Du einfliegen sahest, sondern eben irgendwelche "Schmarotzer". Auch ein Teil der Natur, der von diesen Nisthilfen proftiert.

Also nicht unglücklich sein, einfach akzeptieren und sich freuen, daß jeder seinen Teil bekommt!

Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -

Hallo Melanie und Hans,

vielen Dank für eure Antwort.
Den Piepmätzen nehme ich den Raub natürlich nicht übel, hab' halt wieder was dazugelernt und werde versuchen nächstes Jahr neue Nisthilfen nicht so exponiert zu platzieren.
War dieses Jahr ganz stolz weil so viele verschiedene Solitärbienen und Schlupfwespen zu sehen waren. Leider weiss ich meist nicht um was es sich handelt. Habe immer noch keinen neuen Fotoapparat - der alte ist kaputt - sonst hätte ich schon öfters mal ein Bild eingestellt. Es fleucht und kreucht in allen Größen und unglaublich vielfältig... Z.B. konnte ich ganz kleine Schlupfwespen beobachten die sich mächtig an den kleinsten von Solitärbienchen belegten Bohrungen zu schaffen machten. Goldwespen habe ich auch auf meinem Balkon beobachten können. Es fleucht und kreucht in allen Größen und unglaublich vielfältig.
Naja, da war ich halt nach dem Meisen-Raub erst mal ganz schön "geschockt". Freue mich aber schon auf das Schlüpfen "meiner Schützlinge" im nächsten Jahr.
...und falls ich es noch nicht gesagt haben sollte: hymenoptera.de finde ich total klasse!!!
Liebe Grüße und euch eine gute Zeit - mimi

Meisenschäden

Hallo Mimi,
das Meisen-Problem (ebenso auch Spechte) kennen viele.
Nach meinen Beobachtungen sind die Zerstörungen durch Vögel aber überwiegend im Winter, also in der Zeit, in der die Vögel unter großer Nahrungsknappheit leiden (vor allem, wenn Schnee liegt).
Für kleine Nisthilfen (einzelne Bienenhotels) ist die Gefahr vom Frühjahr bis zum Herbst nicht so groß. Ich lasse solche Nisthilfen einfach ungeschützt draußen (kein Gitter) und hole sie etwa ab Oktober nach drinnen. In einem Schuppen oder ähnlichem kann man die Nisthilfen vor Vögeln und Feuchtigkeit geschützt lagern. Es muß aber kalt sein. In warmen Wohnungen oder Kellern kommen die Bienen vorzeitig zum Schlüpfen und sterben ab.
Beste Grüße
Christoph

edit: gerade gefunden: unter http://www.rutkies.de/ih.htm ist eine elegante Methode gezeigt, wie man große, nicht bewegbare Insektenhotels im Winter vor Vogel-Schäden schützen kann. Einfach ein leichtes Schutznetz aus dem Baumarkt um das Objekt hüllen.