Eine Information vorweg: ich habe panische Angst besonders vor Hornissen und Wespen, etwas weniger vor Bienen und Hummeln, wobei ich mit Letzteren seit Jahren meinen Frieden geschlossen habe, weil sie mir - bisher - am wenigsten aggressiv begegnet sind.
Außerdem finde ich die fliegenden kleinen Teddybären eigentlich ganz süß - aber ich glaube mir steht eine harte Prüfung ins Haus.
Das ist passiert: seit ca. 4 Wochen fliegen in unserem Garten immer mal wieder ein paar Hummeln, dabei welche schwarz mit orangerotem Popöchen (Steinhummeln?), unsere Flora an, normal und nicht weiter tragisch.
Heute morgen versammelten sich allerdings Zig dieser Hummeln vor unserer Terassentür und suchten einen Eingang zu dem darüber liegenden Rolladenkasten, was ihnen auch gelang - ich schätze mal so 100-150 Tiere verschiedenster Größe.
Mittlerweile hat der An- und Abflugverkehr etwas nachgelassen.
Ich habe eine Imkerei in unserer Umgebung um Rat zu einer eventuellen Umsiedlung befragt, man sagte mir dort aber, dass die Hummeln eh nur noch ca. 4-6 Wochen zu Leben hätten und wenn sie nicht stören, sollte man sie dort belassen. Diese Gattung wäre auch überhaupt nicht aggressiv, nur auf Nektar aus und hätte keinerlei Interesse an menschlicher Nahrung wie Süssem. Ausserdem bräuchte man für die Umsiedlung eine Genehmigung des Naturschutzbundes.
Ich bin gerne bereit, mich mit den Brummern zu arrangieren, möchte aber trotzdem noch einmal bei euch um Rat fragen, wie ich mich am Besten verhalten sollte.
Meine erste Feststellung wird diese sein: ich werde die Tiere sicherlich stören und aufscheuchen, sobald ich unsere Rolläden morgens auf und abends ab betätige - wie werden sie darauf reagieren? Falls sich die Hummeln ihrerseits damit arrangieren könnten, weiter damit:
aus Erfahrung mit anderen Hummelnestern (die nicht in unmittelbarer Nähe zu meinen Wohnungszugängen lagen), weiss ich, dass der Flugverkehr nicht immer gleichbleibend frequent ist.
Morgens und abends ist er gleich Null, tagsüber scheinen aber auch Flugpausen eingelegt zu werden - diese Zeiten könnte ich für meine Erledigungen im Garten nutzen, für 4-6 Wochen wäre das ok, aber eure Seiten sagen, dass Hummelvölker erst gegen Ende September zugrunde gehen - diese Zeit mit "eingeschränkter Gartennutzung" finde ich dann doch ziemich lang.
Der Rolladenkasten ist von der Wohnungsseite her mit einer Holzplatte zugeschraubt, an deren Enden zur Wand sind Fugen, die lediglich mit Tapete überklebt sind.
Werden die Hummeln sich durch diese "Schwachstellen" in meine Wohnung vorarbeiten??
Wäre nett von euch, wenn mir jemand antworten würde und mir hinsichtlich meines vielleicht übertriebenen Szenarios ein wenig die Beklemmungen nehmen könnte.
Gruß
achim
Seit heute Morgen Steinhummeln
Hallo achim
Deine subjektiven Beobachtungen bedürfen einiger Erklärungen.
- Zuständig ist die Untere Naturschutz Behörde, nicht der Naturschutzbund.
- Nach Deiner Beschreibung ist es die Steinhummel. Diese braucht zur Nestgründung eine Unterlage (verlassenes Vogel oder Mäusenest, oder Isoliermaterial)
Hast Du im letzten Jahr in Deinen Rollladen kasten ein Wespennest gehabt?
Warum störst Du Dein Hummelnest täglich zwei mal durch betätigen des Rollladen? Stell Dir vor ein "Riese" würde Dir jeden Tag zwei mal Dein Haus durchschütteln.
Eine Hummelkönigin beginnt im Frühjahr mit der Nestgründung. Bis die ersten "Kinder" ausfliegen dauert es ca. 6 Wochen und Anzahl der Tiere nimmt nur allmählich zu.
Dein Imker hat Dich schon gut beraten. Lass sie in Ruhe und freu Dich über diese schönen und nützlichen Tiere.
Ein Durchbeißen durch die Tapete ist nicht vorstellbar, wenn sie in Ruhe gelassen werden.
Deinen Garten kannst Du ohne Rücksicht auf die Hummeln pflegen und benutzen.
Gruß crabro
Steinhummeln...
Hallo crabro, vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, das mit der Nestgründung und dem allmählichen Aufbau der Anzahl der Tiere ist mir auch nicht anders bekannt, deswegen wundere ich mich auch über die große Anzahl der Tiere, geschätzte 100-150 Tiere verschiedenster Größe.
Der Rolladenkasten wurde im vergangenen Oktober geöffnet, weil eine Rolladenwelle gebrochen war und ausgetauscht werden musste.
Der Kasten war bis auf ein paar alte Spinnweben vollkommen sauber, keine Spur von älteren Nestern und ist eigentlich von aussen gegen das Eindringen größerer Insekten gut geschützt - deshalb bin ich heute der Ansicht, dass die Hummeln einen Weg neben dem Rolladenkasten in die Isolierschicht zwischen Innen- und Aussen-Mauerwerk gefunden haben müssen.
Was mir zwei Tage zuvor aufgefallen war, ist, dass 2 oder 3 Tiere vor dem "Einzug" der anderen ziemlich hartnäckig diese Stellen am Haus inspiziert haben.
Kann es sein, dass ein schon bestehendes Volk irgendwo anders vertrieben wurde und/oder mehr Platz benötigte und eine Vorhut nach einer neuen Bleibe gesucht hat und bei uns fündig wurde??
Auffällig beim Einzug war der "Orientierungsflug". Es sah so aus, als wenn die, die die neue Einflugschneise schon kannten, den anderen den Weg mit einem gemeinsamen Annäherungsflug und/oder einem gemeinsamen "Tänzchen" auf dem Mauerwerk mitgeteilt haben.
Die Einflugschneise ist neben dem oberen Winkel unserer Ausgangstür zur Terasse. Wir werden halt so gut wie möglich aufpassen, dass man sich nicht unnötig in die Quere kommt, auch wenn Gartengeräte etc. zum Pflegen des Garten durch diese Tür transportiert werden.
Gruß achim
Steinhummeln...
Da ich ja, wie im Topic erwähnt, in der Konfrontation mit Insekten eher ängstlich bin und keinerlei Erfahrung mit deren Umgang habe, möchte ich, wenn es denn erlaubt ist, diesen Thread mal bewusst aus meiner Sicht als Laie weiterführen - Experten gibt es hier ja Gott sei Dank genug - vielleicht nimmt das dem ein oder anderen ebenfalls eher Ängstlichen ein wenig die Skepsis.
Ich würde versuchen, hier wöchentlich meine Beobachtungen zu berichten, vielleicht meine - wahrscheinlich falschen - Deutungen dazu zu schreiben.
Seit 5 Tagen sind die Steinhummeln nun in unseren Rolladenkasten eingezogen.
Mittlerweile fliegen sie zielsicher und ohne große Umschweife ihr Einflugloch oberhalb unserer Terassentür an.
Heute war das Wetter hier sehr durchwachsen, Sonnenschein wechselte mit Gewitterstürmen im stündlichen Wechsel ab.
Bei trockenem Wetter hatten wir die Terassentür sperrangelweit zum Lüften geöffnet. Unsere Steinhummeln haben sich nicht die Bohne um die geöffnete Tür geschert.
Obwohl immer welche im An- und Abflug waren, konnte man Aus- und Eingang uneingeschränkt benutzen.
Nicht eine Steinhummel hätte sich auch nur ansatzweise in unser Wohnzimmer verflogen.
Beim Aufziehen von Gewitterwolken und beginnendem schweren Regen wollten natürlich fast alle gleichzeitig ins Nest, aber erstaunlicherweise erfolgte das auf höchst disziplinierte Weise. Es wirkte fast wie eine koordiniert Warteschleife - bei, meiner Schätzung nach 70-100 Tieren, die sich auf Pollensammelflug draussen befunden haben müssen, eine großartige soziallogistische Leistung.
Erstaunlich, bei welchen Regenmengen die noch fliegen können!!
Auch sah es so aus, als wenn vor dem Einflugloch 2, 3 Tiere patroullierten, um den letzten völlig durchnässten Nachzüglern noch ein wenig ins Nest zu helfen? Danach Flugpause bis zur nächsten Trockenphase.
Bisher keinerlei Angriffe, auch nicht im Ansatz oder gar Stiche. Mittlerweile mag ich die kleinen Schwarzen mit dem orangeroten Popöchen.
Gruß achim
Steinhummeln...
Achim,
großartig, wie Du mit Genauigkeit die Bewegungen des Volks beobachtest. Es wäre zu wünschen, daß viele Zeitgenossen diese Art des Umgangs mit den Insekten an den Tag legen. Ich wage vorauszusagen, daß du keinerlei Konfrontationen mit den Hummeln erleben wirst. Viel Spaß weiterhin mit Deinem Hummelvolk.
Gruß´Hans
...eine weitere Woche mit Steinhummeln im Rolladenkasten...
Die vergangene Woche wurde unser Garten wenig benutzt, weil wir erstens wenig Zeit dazu hatten und zweitens das Wetter auch nicht zwingend gartenmässig gut war.
Bisher gab es von Seiten der Steinhummeln keinerlei Störungen, auch wenn unsere Terassentür geöffnet war und häufig für Gänge nach draussen und drinnen frequentiert wurde.
Lediglich einmal ist ein Brummer auf dem Anflug aufs Loch über der Terassentür mit mir kollidiert, was aber auf beiden Seiten nicht zur Panik gereichte.
Am Wochenende war das Wetter hier sensationell gut. Wir mussten unsere Markise über der Terasse ausfahren, weil es sonst auf unserer Terasse (und auch im Wohnzimmer) nicht aushaltbar ist: bis zu 60°C ist es dann in der Sonne warm.
Auch das Nest der Steinhummeln profitiert dann vom Schatten der Markise.
Da die Steinhummeln die Markise über ihrem Einflugloch bisher noch nicht kannten, gab es unter ihnen (verständlicherweise) erst mal ein wenig Aufregung um die Neuorientierung zum An- und Abfliegen. Bestimmt 20 Tiere flogen im Bereich unserer Terassentür - zunächst offenbar orientierungslos - umher, trotzdem konnten wir ohne Probleme hinaus und hinein gehen.
Nach ca. einer Stunde der Neu-Orientierung fanden die Steinhummeln ihr Loch ohne Umschweife wieder.
Nach 2, 3 Tagen mit und ohne Markise scheinen die Steinhummel sogar so intelligent zu sein, dass sie sich mehrere An- und Abflug-Szenarien merken können.
Abfliegen mit Markise - Ankommen ohne Markise, Abfliegen ohne Markise - Ankommen mit Markise, scheint alles kein Problem für die orangeroten Popöchen zu sein.
- Übrigens: gegrillt wurde auf unserer Wiese ca. 10 Meter vom Nest auch nocht. Selbst Rauch oder Geruch des Grillens hat zu keinerlei Panik, Aggression, Verwirrung oder Neugier unter den Brummern geführt.
Interesse für Gegrilltes und Zutaten: null.
Nächtes Wochenende werde ich mich wieder neuen Informationen melden.
Gruß achim
Tippe eigentlich...
...eher auf Wiesenhummeln. Steinhummeln gehen sehr selten in solche Höhen; Wiesenhummeln durchaus öfter. Aber das macht nur insofern Unterschied als daß die Wiesenhummeln kleiner sind, oft noch einen schwach ausgeprägten, gelben Kragen haben und nicht so lange durchhalten wie die Steinhummeln, d.h. ihre Nester verwaisen bereits im Juli/Anfang August.
Aber schöne Beobachtungen, weiter so!!
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
...weitere 10 Tage mit den Steinhummeln im Rolladenkasten...
tja, was soll ich sagen...es gibt unsererseits keinerlei Beanstandungen mit dem Benehmen unserer Gäste. Bisher zeigten sie überhaupt kein Interesse an unseren Privaträumen, trotz geöffneter Terassentür, oder an unseren Süssspeisen.
Ok, ok, die ein oder andere verirrt sich schon mal durch unsere Terassentür und brummt dann innen an unserem Terassenfenster rum, meist finden sie aber auch schnell wieder von alleine raus.
Ich begebe mich manchmal in die Beobachterrolle.
Was mir aufgefallen ist: es gibt Phasen, an denen sich mehrere Tiere aus dem Schupfloch "fallen" lassen und dieses immer wieder erneut anfliegen.
Es sieht so aus, als wenn ein "erfahrener" Aussendienstler ehemaligen Innendienstlern(?), die nun für den Aussendienst benötigt werden(?), die Anflugsequenz vorfliegt.
Zumindest sieht es so aus, weil der offensichtlich Erfahrene das Flugloch sofort wieder anfliegt, während die Neuen erst mal ein wenig orientierungslos umherschwirren, aber wenige Minuten später kann man ein koordiniertes extrem gezieltes Anfliegen aller feststellen.
(Ist aber nur meine laienhafte Interpretation!)
Innerhalb der nächten 14 Tage werde ich diesen Erfahrungsbericht fortsetzen....
@Melanie: hier noch ein Foto (eines Männchens(?)) bei einer plötzlichen Begegnung mit einer unbekannten dritten Art!
(Leider kann man das orangerote Popöchen nicht erkennen - ich versuch mich aber mit weiteren Makro-Aufnahmen.)
Gruß achim
Hihi...
...wie man an der Aufnahme unschwer erkennen kann, handelt es sich nicht um ein Männchen. Es hat nämlich Pollen am Hinterbein und das haben nur die Arbeiterinnen und Königinnen. Tatsächlih sieht das nach einer Wiesenhummelarbeiterin aus. Es kann sein, daß Du den schwachen gelben Kragen nicht bei allen Tieren siehst; Wiesenhummeln sind sehr farbvariabel. Passt also mein erster Guess...
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Hallo Achim,
...dein Tagebuch der "orangeroten Popöchen" ist klasse! :)
Freu' mich auf den nächsten Eintrag!
Grüsse - mimi
...und weitere 10 Tage mit unseren (Stein)-Hummeln
Bisher ist das, was crabro und auch HansJWolter vorausgesagt haben, in vollem Umfang eingetroffen. Keine bösartigen Konfrontationen und auch die uneingeschränkte Nutzung unseres Gartens ist möglich - das finde ich prima.
Mittlerweile sind uns die orangeroten Popöchen echt ans Herz gewachsen, oft machen wir uns, bei der jetzigen Wetterlage, sogar Sorgen..
ein paar Anekdötchen:
Ich musste neulich unsere Terasse mal wieder vom Unkraut befreien. Habe mir dazu so einen Öko-Gärtner besorgt, mit dem man das Unkraut per Gasflamme verbrennen kann. Dafür musste ich auch die ein oder anderen großen Teile wie Liegestühle, Tisch etc. von der einen auf die andere Seite umräumen und wieder zurück.
Das hatte zur Folge, dass dann doch 2 neugierige Näschen herauskamen, mich freundlich umkreisten, guckten, was ich da wohl so mache, und verschwanden wieder im Nest.
(Ich vermute mal, dass die An- und Abflug-Sequenz für diese Zeit gestört war?)
Das Wetter hat ja in den letzten Tage hier echt verrückt gespielt.
Auf kurze Perioden von intensivem Sonnenschein folgten innerhalb weniger Minuten lang anhaltende Phasen von Gewittern mit Starkregen.
Junge, Junge hatten die armen Tiere einen Stress! Alle, die draussen auf Nektar- und Pollen-Mission waren, wollten natürlich so schnell wie möglich ihr Popöchen ins Trockene bewegen. Da waren dann mal gut 10-15 Tiere gleichzeitig vor dem Einflugloch. Habe dann aus Mitleid unsere Markise ein wenig herausgedreht, damit alle halbwegs trocken Unterschlupf fanden.
Neulich abends, es wurde schon langsam dunkel, die Terassentür war bereits geschlossen, vernahm ich ein dumpfes Brummen an einer unserer Zimmerpflanzen. Mir war aufgrund des Brummgeräusches sofort klar, da hatte sich eine unsere Hummeln vor dem Starkregen in unser Wohnzimmer "verirrt" und hatte wahrscheinlich dort auch eine kleine Pause eingelegt.
Das Wetter war trocken, ich habe die Terassentür geöffnet und ihr den Weg gewiesen. Ich zitiere mich mal selbst: "Komm her, Schückchen, da oben ist dein Nest!" Also, das hat keine 10 Sekunden gedauert und sie war wieder bei den ihren.
Wenn ich unseren Rasen mähe, schaue ich, ob - nicht nur unsere, sondern auch andere Hummeln - gerade auf Nektar- und Pollen-Suche sind und nähere mich mit dem Rasenmäher nur sehr vorsichtig oder halte sogar an, damit sie die Chance haben, sich in Sicherheit bringen zu können. Ich habe das auch in einem Forum gelesen, vielleicht sogar hier, dass Hummeln oft auch den Rasenmähermessern zum Opfer fallen - wie gräßlich!
Vermutlich entwickelt sich unser Volk doch einigermassen Zufrieden stellend. Seit einigen Tagen sind doch mehrere wirklich viel größere Exemplare beim An- und Ab-Fliegen zu beobachten, begleitet von kleineren Exemplaren.
Weiterhin ist zu beobachten, dass sich die Farbgebung scheinbar ändert. Manche haben einen wirklich knallroten Po (frisch geschlüpfte?), während andere einen fast hellorangenen Po haben (gealterte, vor dem Lebensende stehende? Das wäre traurig!).
Gruß achim
Hi Achim,
...einfach gottvoll! :))) Danke & Grüsse - mimi
.. 2 Wochen weiter, flugunfähige Königin?...
Hallo Leute,
2 Wochen sind ins Land gegangen und es gibt wieder etwas zu berichten.
Das Wetter ist ja im Moment ganz fürchterlich. Sehr warme Sonnenstunden wechseln mit eiskalten Regen- und Sturm-Stunden ab.
Selbst für uns Menschen schon ziemlich heftig.
Habe unsere Gäste, die Steinhummeln, in den letzten 3-4 Tagen so gut wie gar nicht mehr gesehen, so daß ist schon dachte, deren Zeit wäre nun langsam schon vorbei.
Heute morgen habe ich dann eine Entdeckung gemacht. Irgendetwas Großes fiel aus dem Einflugloch.
Beim genaueren Betrachen stellt sich dann heraus, dass es sich um ein flugunfähiges Exemplar (Königin (?), das Tier misst mehr als 25 mm) handelt. Ein Flügel ist verkümmert.
Auf dem Boden konnte es sich nur laufend fortbewegen oder krabbelte an Halmen oder Zweigen hoch. Versuche, die Flügel zu benutzen, scheiterten kläglich - Fotos liegen als Anlage bei.
Ist das ein genetischer Defekt, oder kann das von Kämpfen herrühren? Verletzt wirkte das Tier allerdings nicht.
Vermutlich wurde das Tier von den anderen verstoßen, weil sich anschließend niemand drum kümmerte. Kann man irgendetwas für das Tier tun?
Andererseits waren heute auch wieder Exemplare im gemeinsamen Flug zu beobachten - große mit kleinen zusammen.
Gruß Achim
...flugunfähige Königin...
Hm, ich glaube, für das Tier konnte nichts mehr getan werden - leider.
Wahrscheinlich ist sie gestern abend oder heute Nacht Opfer geworden, weil sie heute morgen nicht mehr auffindbar war.
Sie konnte sich auf unserer Wiese nur krabbelnderweise von Gänseblümchen zu Gänseblümchen "hangeln", wobei sie nach wenigen Stunden immerhin 8-10 Meter zurückgelegt hatte aber immer wieder erschöpft an einer Blüte pausieren musste.
Gestern abend hatte sie ihren Kopf so tief wie nur möglich in eine Gänseblümchenblüte gekuschelt, die weissen Blätter der Blüte umschlossen ihren Kopf so gut es ging. Ich vermute, dass die Hummel dort dann eingeschlafen ist.
Ihre Perspektiven wären sicher nicht gut gewesen.
Ich hatte mir erst überlegt, sie auf das Sims des Einfluglochs zurück zu setzen, damit sie wieder hineinkrabbeln könnte, hab das aber wieder verworfen, weil ich mir nicht sicher war, wie die anderen Nestbewohner darauf reagieren würden.
Zum anderen hätte sie sich ja niemals selbst vor Jägern oder naturbedingten Einflüssen wie Regen in Sicherheit bringen können.
Ein Nestbeginn im nächsten Frühjahr wäre ihr sicherlich ohne die Möglichkeit, fliegenderweise Pollen und Nektar zu sammeln, verwehrt geblieben.
Halte wir sie so in Erinnerung wie auf Foto 510.
Gruß achim
...gesunde Königin!!
So, noch ein paar Anekdötchen von unseren Steinihummelheidis.
Gestern abend habe ich eine gesunde Steinhummel-Jungkönigin ausmachen können. Genau so ein großes Exemplar, wie das - leider - flugunfähige. Tiefes dunkles Brummen!
Wie unterschiedlich geschickt unsere Mäusekes sind, konnte man gestern abend wieder beobachten.
Fast alle schaffen den Anflug auf unser sicherlich nicht optimales Anflugloch im Rolladen-Führungsschlitz auf Anhieb.
Paar Dösbaddels, wahrscheinlich immer die selben, brauchen 5 und mehr Anflugversuche, weil sie mit den Flügeln irgendwo gegen stoßen und wie Flummies wieder weggeschleudert werden, manche sogar rücklings bis auf den Boden.
Gruß Achim
Doppelpost gelöscht.
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...die roten Popöchen sind immer noch da :-)))
Ein Hallöchen an alle, die diesen Post verfolgen.
Wie in einem anderen Post schon mal erwähnt, hatte ich schon befürchtet, dass es mit unseren roten Popöchen langsam zu Ende gehen könnte.
Weit gefehlt. Das Wetter hier im Westen hat sich in den letzten Tagen sehr stabilisiert, so daß verstärkt wieder regelmäßiger Flugverkehr zu beobachten ist.
Selbst "Winzlinge" von gerade mal 1 cm Länge sind dabei?!
Besonders abends scheinen sich 2 große Exemplare, wie gesagt ich bin Laie auf dem Gebiet, tippe aber auf 2 Jung-Königinnen, in unserem und den umliegenden Gärten umzuschauen.
Der Schnappschuss einer Jung-Königin, der meiner Frau mit ihrer Kamera gelang, zeigt unseren Gast gerade beim Einfliegen/Einkrabbeln ins Einflugloch an der Führungsleiste unseres Rolladenkastens.
Maßstab zur Größenbestimmung: die Rolladen-Führungsleiste, auf der unser Gast sitzt, misst 3 cm in der Breite und ist 1 cm dick.
Gruß achim
Wow, klasse...
...das Bild zeigt aber m.E. keine Jungkönigin. Die glänzende Spiegelglatze auf dem Brustschild deutet auf ein altes Tier hin - manchmal sieht man sogar die Altkönigin; sie wird gelegentlich einfach vertrieben am Ende.
Die kommen übrigens sehr gut wieder im nächsten Jahr!
Noch viel Freude damit!
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Steinhummeln im Rolladenkasten - das Fazit
..schade, seit 4 Tagen keine Steinhummeln mehr gesichtet - ich denke, unsere Steinhummel-Saison ist für dieses Jahr beendet, traurig sei.
Das Fazit über die vergangenen fast 3 Monate fällt sehr positiv aus. Wir hatten keinerlei aggressive Konfrontationen mit unseren Gästen. Sie interessierten sich weder für uns, noch für unsere Wohnräume, noch für unsere Nahrung.
Ein weiterer Nebeneffekt "unserer" Steinhummeln: unser Gewächshaus brach vor Tomaten, Paprika, Pepperoni, Gurken fast zusammen, unser Garten blühte wie verrückt - Danke ihr Steinhummelheidis!
Vielen, vielen Dank noch einmal für Eure gute Beratung, Unterstützung und Einschätzung der Situation.
Weil unsere Steinhummeln - wie gesagt seit 4 Tagen - nicht mehr da zu sein scheinen, bin ich heute ganz irritiert durch unseren Garten geschlichen und habe nach anderen Befliegern gesucht.
Ich bin tatsächlich fündig geworden und habe zwei emsig sammelnde Hummeln? geknipst und werde diese bei "Sonstiges und Unbekanntes" einstellen unter dem Motto: "Hummeln im (Spät)-Sommer?" und bitte um Art-Bestimmung.
Gruß achim
Danke für das Feedback & Lob!
Freut mich, daß die Community hier helfen konnte. Übrigens kommen Steinhummeln sehr gut zurück. Wenn der Kasten also im nächsten Jahr noch weich gepolstert und einladend ist, sind die Chancen auf ein neues Hummeljahr sehr groß!
Melanie
- Webmaster von www.hymenoptera.de -
Hallo Achim,
vielen Dank für deine Berichte, es war eine wahre Freude sie zu lesen! Dein anfängliches, eindeutiges Unbehagen, wich bald einer großen Zuneigung (die sich auch in den verschiedenen Kosenamen ausdrückte :) Alles war vertreten: wissenschaftliches Interesse, Humor, Dramen, Action, Spannung... - ...vor meinem geistigen Auge sehe ich dich nun traurig durch den Garten schleichen und nach Hummeln suchen... - schicke einen großen "Tröster" an dich und bin mir sicher sie hätten es nirgendwo schöner als bei euch haben können. Drücke dir und deiner Familie fest die Daumen das ihr nächstes Jahr wieder so bezaubernde Gäste habt.
Liebe Grüße mimi
...(leider) sind sie nicht wieder zurück gekehrt
Unser Rolladenkasten war wohl voriges Jahr doch nicht der optimale Nist- und Brutplatz und wurde deshalb wohl auch nicht wieder in Besitz genommen.
Einerseits finde ich das ganz gut so, andererseits scheinen die Steinhummeln oder Wiesenhummeln, wie Melanie anmerkte, in direkter Nähe eine Nistmöglichkeit gefunden zu haben, denn es tummeln sich Zig der roten Popöchen auf unserer 5 x 10 Meter kleinen Wildwiese.
Anfangs hab ich noch gedacht: schlechtes Hummeljahr - nur ganz seltene Sichtungen. Die Witterung war im April/ Mai aber auch echt böse.
Aber jetzt, seitdem es warm ist, sind für meine Begriffe doch wieder viele Hummeln unterwegs.
Ganz im Anfang waren es die Gänseblümchen, später der Löwenzahn und im Moment der blühende Klee, der von den Hummeln emsig auf Nahrungssuche angeflogen wird. Sehr sehr schön zu beobachten.
Betreten der Wiese ist nur vorsichtigstens erlaubt, denn insgesamt habe ich gestern nachmitag bestimmt 30 - 40 Exemplare mit roten Popöchen, weissen Popöchen (Baumhummeln?) und Bienen beim Sammeln gezählt.
Den von mir selbst gebauten Hummelkasten habe ich wohl zu spät aufgestelt (Mitte April) - wurde leider nicht bezogen.
Naja - ich bin ja noch Neuling - habe aber in den nächsten Jahren weiterhin vor, den kleinen fliegenden Teddybärchen passive Ansiedlungsmöglichkeiten anzubieten.