Hallo,
da man in den Foren hin und wieder liest, dass Königinnen einen Orientierungsflug machen und den Nistkasten trotzdem nicht annehmen, habe ich einmal ein Experiemt gemacht. Ich habe vier nistplatzsuchende Königinnen in einen ungeeigneten Kasten eingesetzt. Daneben war im Umweltzentrum im Schaunistkasten die Königin verschollen, so dass ich dort für Ersatz sorgen musste und der Kasten angenommen werden sollte. Bis auf eine Königin, die gerade abflog, haben alle Tiere mehr oder minder Oriennteirungsflüge gemacht. Das in den Schaunistkasten eingesetzte Tier zeigte jedoch noch ein anderes Verhalten. Es markierte den Laufgang und das Flugbrett, deutlich am rückwärtigen Gang mit gesenkten Kopf zu erkennen. Diese Verhalten hatte ich im vergangenen Jahr bereits bei meiner Arbeit über die Bewegungsbilanz eines Hummelvolkes dokumentiert. Ich ziehe daraus den Schluss, dass der Orientierungsflug eine notwenige aber nicht hinreichende Bedingung für die Nistplatzannahme ist. Hinzu kommen muss eine Markierung des Anflugbereichs und des Laufgangs.
Die Annahme wird auch durch die Beobachtung unterstützt, dass rückkehrende Königinnen zuweilen den Geburtsnistkasten inspizieren und einen Orientierungsflug machen, dann aber tagelang nicht zurückkehren. Sie merken sich den Paltz wohl, sind aber noch nicht zur Nestgründung bereit.
Interessanter Hinweis...
...und deckt sich mit meiner Erfahrung, nach der ich den Annahmeerfolg in der Regel anhand der Mehlprobe bewerte. Da mir das tw. sehr lange Warten nach dem Einsetzen der Königin zu lange dauerte, habe ich diese unter
http://www.hymenoptera.de/html/Hummelansiedlung
beschriebene Methode entwickelt und kann so sehr bequem am Abend auswerten ob und wie die Hummel rausgekommen ist...und eben daraus die Rückkehrwahrscheinlichkeit ermitteln.
Das Markieren macht auch in sofern Sinn als daß damit auch anderen Hummelköniginnen gezeigt wird, daß hier schon jemand wohnt. Gelegentlich konnte ich beobachten, wie bereits bewohnte Kästen von anderen, noch suchenden Königinnen angeflogen wurden die dann aber kurz vor dem Anflugloch abdrehten. Womöglich merkten sie eben, daß da schon wer wohnt.
Mußte man mal testen - unter der Annahme, es handelt sich um Lipide wie bei den Hornissen müßte man die Markierung mit eine flüchtigen Fettlöser abwaschen können. Wäre interessant zu sehen wie die Hummeln dann bei der Rückkehr reagieren. Man könnte sogar mal versuchen, die Tiere beim Ansiedeln über Filterpapier klettern zu lassen (einfach ein Stück passend zurecht geschnitten für das Anflugbrettchen). Dann tauscht man einfach mal untereinander zwischen zwei gerade besetzten Kästen - ob die Hummeln bei der Rückkehr irritiert sind?
Von solchen Filterpapieren kann man diese Spuren auch gut extrahieren und analysieren...
Nur mal so weiter gesponnen...forsche doch mal und publiziere das Ganze!!! Reicht vielleicht nicht für Nature aber es gibt ja auch andere Journalien...
Melanie
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