Anstrich Hornissenkasten

Hallo,

eine schwierige Frage, die mir google und Konsorten nie wirklich beantworten konnten, und wo auch kein Holzschutz-Experte drauf spezialisiert war: Wie streicht man einen Hornissenkasten so, dass er Witterungen vertragen kann, aber doch nicht giftig ist? Ungiftige, mit blauem Engel versehene Lasuren habe ich viele gesehen, scheitern tat es immer an der Grundierung, die dann doch giftige Verbindungen enthielt.

Hat jemand über längere Jahre Erfahrungen mit einem grundierten und gestrichenem Kasten gemacht, ohne von Vergiftungen berichten zu müssen? Das würde mich brennend interessieren, denn ein schön gewordener, selbstgebauter Kasten soll ja auch möglichst lange halten und nicht nach 2, 3 Jahren verwittert sein.

Gruß
Marco

HansJWolter's picture

Anstrich Hornissenkasten

Marco,

den Holzschutzlasuren für den Außenbereich traue ich nicht recht. Ich verwende oft mehrere Anstriche mit Leinölfirnis. Aber auch einen deckenden Anstrich mit Kunstharzlack habe ich schon vorgenommen. Wichtig ist auf jeden Fall das vollständige Durchtrocknen.

Gruß Hans

Kann man denn mit

Kann man denn mit Kunstharzlack eine geölte Fläche gut überstreichen? Was ich bisher bei google gelesen habe, gibt da wenig Antwort drauf. Was ich aber aufgeschnappt habe ist, dass die meisten Kunstharzlacke stark lösemittelhaltig sind. Welche sind denn da wirklich unbedenklich für Insekten?

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Gutes Stichwort...

...ich werde das Thema mal auf einer eigenen Seite etwas beleuchten weil ich mich gerade selber da reingearbeitet habe.

Also eigentlich hängt es im Wesentlichen davon ab, was man selber von so einem Hornissenkasten erwartet.
Das einfachste ist natürlich, den Kasten einfach im Rohformat aufzuhängen ohne jeden Anstrich. Da die Kästen ja in der Regel eher an einem trockenen, sonnigen Standort hängen sollen, hält so ein Kasten durchaus über Jahre. Wir haben in einem Waldstück rund 45 Kästen hängen - alle ohne jeden Anstrich - und sie hängen seit 2003 dort ohne auseinanderzufallen. Auch sind bisher keine Reparaturen erforderlich gewesen (außer Vandalismusschäden). Das macht also wenig Arbeit und Gifte sind nicht zu fürchten.
Nachteil aber ist daß die Kästen optisch Veränderungen erfahren (Vergrauen) und das Holz womöglich auch mehr arbeitet da es eben beständig Wasser aufnimmt und abgibt. Zudem arbeiten sich natürlich ggf. Tiere in das Holz - ob Insektenlarven oder nur die "nagende Wespe" an der Oberfläche.

Im eigenen Garten mag man womöglich mehr "Optik" und dann geht also die Frage los, was man nun nehmen sollte.
Auch hier die Frage: Was will man erreichen - möchte man die Holzoptik bewahren, so braucht es eine Lasur oder Öl. Will man deckend farbig streichen oder gestalten, braucht es entsprechend deckende Farben - Acrylfarben wären denkbar oder aber deckende Farben auf Ölbasis.

Sicherlich bei einem Hornissenkasten ungeeignet sind Grundierungen mit Insektiziden und Funghiziden. Da die Kästen in der Regel einlagig sind, wandern die durchaus mobil gehaltenen Grundierungen tief ein und können dann auf der Innenseite auftauchen und dann eventuell zu Schäden führen. Allerdings sind diese Grundierungen bei Verwendung von Nadelhölzern wegen der Bläuegefahr empfohlen - wer sich an diesem optisch verändernden Pilz stört, sollte versuchen, den Kasten aus Laubholz zu bauen (was den Kasten aber teurer macht) oder eben mit deckenden Farben arbeiten so daß die Bläue eben nicht störend ins Auge sticht.

Klar sollte nur sein: Wer sich für ölbasierte Systeme entscheidet, wird später Schwierigkeiten haben, wenn er darauf mit Acrylfarben oder -lasuren arbeiten möchte. Umgekehrt ist es etwas leichter; aber auch dafür muß tief angeschliffen werden.

Preiswerte und durchaus geeignete Öllasuren und -farben gibt es von Osmo (im Baumarkt) oder auch von Biopin (im Internet zu bestellen). Ansonsten aber tun es auch Acrylfarben und Lacke mit Umweltengel - alle Anstriche sollten nur außen aufgebracht werden und da die Tiere nur sehr wenig außen an dem Kasten nagen, ist das bloße Belaufen nach meiner Erfahrung kein Problem.
Problem bei allen Kästen ist der Boden, da der schnell durchrottet - da hilft selbst die giftigste Grundierung nicht viel. Ideal ist ein Auskleiden mit Zinkblech - oder eben damit rechnen, daß man die Böden doch mal ersetzen muß. Eine gute Gitterbelüftung oder breiter Kotschlitz ist schon sehr hilfreich.

Hoffe, ich konnte etwas helfen!

Grüße
Melanie

- Webmaster von www.hymenoptera.de -

HansJWolter's picture

Anstrich/Material Hornissenkasten

Marco,

Kunstharzlacke ( nicht auf Wasserbasis ) auf ölgrundierten Flächen halten, wenn die Grundierung gut durchgetrocknet ist. Lösungsmittel verdunsten nach einiger Zeit vollständig. Ich denke 1 Woche bei 20 Grad C reicht aus. Auch kann die Grundierung mit 50% verdünntem Lack vorgenommen werden.
Wer es auf die Spitze treiben will, kann 2-Komponenten DD-Lack nehmen, der auch für Oberflächen im Nahrungsmittelbereich zugelassen ist.

Melanie,

Laubhölzer sind nicht besonders wetterfest, außer Teak, Robinie und Eiche. Sehr gut geeignet ist Lärche. Zweite Wahl ist Douglasie, die etwa halb so teuer ist wie Lärche, aber immer noch viel teurer als Kiefer, die auf jeden Fall der (Baumarkt) - Fichte überlegen ist. Im Regelfall wird man wohl zu Sperrholz ( wasserfest verleimt ) greifen. Hier benötigen insbesonders die Hirnholzflächen einen Schutz.

Gruß Hans

Danke...

... für die ausführlichen Antworten. Mir ging es wirklich in aller erster Linie um den Holzschutz. Zwar hört und liest man oft, dass dunkle, braune Farbtöne bei Hornissenkasten eher den Farben der Natur entsprechen, aber wenn der Kasten dann nichts verträgt, und nach 3 Jahren auseinander fällt, nutzt auch die schöne Palisander-Farbe nicht viel.

Ich habe vor, einen Hornissenkasten bei mir im Baum aufzuhängen, wo natürlich durch Regen Kontakt mit Wasser besteht, und er, wenn er dann mit dem Baum verbunden ist, auch die sich hinter ihm aufstauende Feuchtigkeit aushalten muss. Ich habe einen alten Vogelkasten entfernt (ca. 10 Jahre alt), hinter dem Kellerasseln und andere Tiere sogar Erde den Baum hochgeschleppt hatten, die dann seine Rückseite ziemlich ruinierten.

Ich habe für meinen Kasten eine Dickschicht-Lasur von Hornbach (mit blauem Engel) verwendet. Die soll auch gegen Wetter und UV-Licht beständig sein. Soll man auch bedenkenlos für Holzspielzeug verwenden können.
Nur habe ich eben nicht grundiert. Der Verkäufer meinte, wenn man es dick aufträgt, dann hält das auch so einige Jahre. Wenn also Acrylfarben und Öllsauren auch ohne Grundierung lange halten, dann war meine Wahl wahrscheinlich gar nicht so abwegig.

Gruß
Marco

Ist zwar ein altes Thema

Ist zwar ein altes Thema aber ich hätte einfach beim Imkerbedarf nachgesehen. Was den Bienen nicht schadet kann doch den Wespen/Hornissen nur recht sein oder?

Hier ein Tipp

Der Beitrag ist zwar schon älter, aber wo man helfen kann ist es nie zu spät :-))))

Also ich nehme für meine Gehege (habe nämlich noch Hasen) nur Farben von Bondex.
Diese Farbe ist etwas teurer, dafür aber für meine Lieblinge Gefahrlos, da auf Naturfarbenbasis.
Es wird auch garantiert das man einen Schutz bis zu 12 Jahren hat, bei richtiger Anwendung.
Die Farbe ist auch hervoragend geeignet für Kinderspielsachen und sie hat den Blauen Engel.
Details :
Staubtrocken nach 1 Stunde
Überstreichbar nach 12 Stunden
1 Liter reicht für 9 qm
Offenporig und Feuchtigkeitsregulierend
Elastische Filmbildung
Geprüft nach EN 71 Teil3. Sicherheit für Kinderspielzeug nach trocknung.
Beständig gegen einwirkung von Speichel und Schweißsimulation gemäß DIN 53 160 Teil 1 und 2.
Hochdeckend ideal für krasse Farbtonwechsel.
Ich verwende die Frabe Bornholmrot Nr. 745

Also ich hoffe vielleicht etwas geholfen zu haben.

LG Thomas
Auch Wespen braucht die Natur.

Dennis's picture

Farbe

Hallo,

die Farbe, die Thomas da beschreibt, benutze ich auch ("Bondex Dauerschutzfarbe", wer nach dem Produktnamen sucht) - ich bin wiederum auf Empfehlung eines Imkers darauf gekommen, der diese Farbe schon seit Jahren für seine Bienenbeuten benutzt. Ich habe damit ebenfalls meine Bienenbeuten sowie Hummelkästen außen (nur außen!) angestrichen.

Viele Grüße
Dennis