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Kuckuckshummeln (Gattung Psithyrus) gründen keine Völker mit drei Kasten, sondern bringen nur zwei hervor: Drohnen und fertile Weibchen (Vollweibchen, die den "Königinnen" bei Bombus entsprechen) - eine Arbeiterinnen-Kaste ("Hilfsweibchen") fehlt. Es gibt rund 10 Kuckuckshummelarten in Mitteleuropa.
Die begatteten Weibchen erwachen etwas später als die Königinnen der Gattung Bombus. Die Tiere suchen nach den Nestgründungen ihrer jeweiligen Wirtsart.
Manche Kuckuckshummelarten sind nicht wählerisch und können bei verschiedenen Arten parasitieren - andere sind dahingegen an einen Wirt gebunden dem sie oft recht ähnlich sehen.
Die Kuckuckshummelweibchen dringen in die Nester ein, die zu diesem Zeitpunkt noch keine oder nur wenige Arbeiterinnen haben. Die Königin selbst nimmt den Eindringling oft nicht wahr; es sind dagegen - wenn vorhanden - die Arbeiterinnen, die sich heftig gegen die Okkupation wehren.
Je nach Art und Wirtsart verläuft die Übernahme mehr oder weniger gewaltsam. Das Abstechen der Wirtskönigin durch den Kuckuck geschieht offenbar eher selten. Sie geht vor allem durch Vernachlässigung und Aggression durch die eigenen Arbeiterinnen vorzeitig zugrunde. (entsprechend dem Verhalten während der Competition Phase - siehe hierzu auch Hummeln: Biologie).
Innerhalb der ersten Tage muß sich der Kuckuck gegenüber den Arbeiterinnen oft gewaltsam durchsetzen, dabei attackieren sich die aufgeregten Arbeiterinnen oft sogar gegenseitig. Dabei kann es zu erheblichen Verlusten kommen - manchmal endet so eine Übernahme mit dem Verlust von rund 2/3 der Arbeiterinnen.
Die Aufregung legt sich schließlich und der Kuckuck beginnt mit der Eiablage und dem Fressen der durch die Stockmutter gelegten Eier (Oophagie). Die Stockmutter und die Arbeiterinnen hingegen kontern auf gleiche Weise - sie fressen die Eier der Kuckuckshummel, wobei Larven, deren Eier der Oophagie entkamen, nicht angetastet werden.
Kuckuckshummeln zeigen ein eigentümliches Kopfreibe-Verhalten. Sie reiben dabei mit ihrem Kopf den Körper der Arbeiterinnen oder der Königin. Es wird vermutet, daß dies der Übertragung von Pheromonen dient, die das Abwehrverhalten der Arbeiterinnen dämpft; möglicherweise auch das Vernachlässigen der eigentlichen Stockmutter verursacht.
So parasitierte Völker zeigen eine schlechtere Volksentwicklung und liefern nur wenige oder keine Bombus-Geschlechtstiere; hinzu konmt eine größere Zahl an Männchen und Weibchen des Psithyrus-Weibchens.
Die geschlüpften Kuckuckshummeln helfen weder bei der Brutpflege noch sammeln sie Nahrung. Allenfalls beteiligen sie sich beim Wärmen der Brut. Nachdem sie sich bevorratet haben, verlassen sie das Pflegevolk und verpaaren sich. Die Vollweibchen überwintern an versteckten Stellen ähnlich der Bombus-Königinnen.
Kuckuckshummeln sind ein vermutlich sehr junger evolutionärer Zweig weshalb sie von einigen Taxonomen auch als "Bombus"-Arten betrachtet werden. Die grundsätzliche Idee ist nicht neu - auch bei Wespen gibt es diverse Sozialparasiten.
Kuckuckshummeln erkennt man mit einiger Übung leicht - sie haben
Wer im Frühjahr aktiv Hummeln einsiedeln möchte, muß die Unterschiede zwischen Kuckuckshummeln und Bombus-Königinnen gut kennen - denn einen Kuckuck kann man nicht aktiv ansiedeln. Kuckuckshummeln finden die Nester offenbar am Geruch. Daher sind selbst künstliche Nisthilfen nicht vor invasiven Kuckuckshummeln gefeit. Manche Nisthilfen aus Kunststoffen (Styropor) scheinen sogar ev. durch den stärkeren Nestgeruch besonders gerne von den Kuckuckshummeln angeflogen zu werden.
Sind die ersten Arbeiterinnen da, so kann man suchenden Kuckuckshummeln durch Verengung des Flugloches abwehren. Dadurch können die kleinen Arbeiterinnen ein- und ausfliegen; für den Kuckuck ist es aber zu eng.
Wer entdeckt, daß die Königin bereits Gesellschaft eines Kuckucks bekommen hat, kann diesen dann noch entfernen. Dazu einfach das Kuckucksweibchen von der Wabe abfangen (meist versteckt sie sich statt zu abzufliegen) und in einem Gefäß einige Kilometer weiter transportieren um sie dort abfliegen zu lassen.
Dies darf man nur machen, wenn...
Das gezielte Töten der Kuckuckshummeln wäre aber falsch verstandener "Artenschutz" - das Entfernen des Kuckucks ist auch nicht zwingend oder gar "Pflicht". Sie sind ein Teil der Hummelbiologie und einem echten Hummelfreund ist es nicht so wichtig, ob da nun Hummeln der Gattung Bombus oder Psithyrus heranwachsen.
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