8 Tage nach der Umsiedlung sind überraschend viele Larven unter dem Nest zu finden - solche Bilder kennt man eigentlich erst Ende August!
Für dieses Phänomen kann man verschiedene Erklärungen anführen:
1) Die Larven sind verhungert: Viele Umsiedler füttern noch lange nach der Umsiedlung nach - mit Futterteig oder Zuckerwasser. Hier wurde lediglich eine Starthilfe aus Futterteig gegeben. Allerdings wurde bereits nach dem Auflassen und damit rund 4 Stunden nach dem Umsiedeln der erste Beuteeintrag registriert. Zudem bietet das Ökowerk mit einigen Bienenvölkern einen reich gedeckten Tisch - daher wird diese Erklärung nicht für sehr wahrscheinlich gehalten.
2) Die Larven stammen ebenfalls aus während der Umsiedlung beschädigten Randzellen und wurden deshalb rausgeworfen: Dies ist ebenfalls wenig wahrscheinlich da es sich fast ausnahmslos um große Tiere aus der Mitte der Wabe handelt - dieser Bereich wurde nicht, resp. wenig berührt; zudem ist die Umsiedlung nun schon über eine Woche her.
3) Die Larven sind krank: Eine Erkrankung ist nicht sicher auszuschließen - daß es Brutkrankheiten bei der Hornisse gibt, kann man wohl als gesichert annehmen. Allerdings spricht dagegen, daß das Volk sehr gut fliegt und ausbaut; eine Passivität (wie bei kranken/parasitierten Nestern oft zu bemerken) ist nicht festzustellen.
4) Die Larvenzahl wurde aktiv reduziert: Bei Umsiedlungen gehen immer Arbeiterinnen verloren. Hier kann es bei einer Luftlinie von ca. 7 km zum alten Standort sogar sein, daß einzelne Tiere den Weg zurück gefunden haben. Dann ist es erforderlich, die Zahl der Larven aktiv zu reduzieren damit wenigstens die überlebenden ausreichend versorgt werden. Für diese Annahme spricht die selektive Auswahl besonders großer und damit besonders futterzehrender Larven. So wird die Arbeitslast gemindert.
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