Suche nach Zuständigkeiten

Am 14.08.2009 hörte ich in der WDR2-Sendung "Quintessenz" den Beitrag "Wespennest-Alarm":
http://www.wdr.de/radio/wdr2/quintessenz/527346.phtml

Als Mitarbeiterin einer von 54 nordrhein-westfälischen unteren Landschaftsbehörden fielen mir sofort einige Ungenauigkeiten auf, etwa die Aussage "bei Arten unter Naturschutz - zum Beispiel Hornissen, Hummeln, Bienen - sind die Naturschutzverbände zuständig", die so allgemein nicht stimmt. Auch wenn im Weiteren noch von "Sondergenehmigung der Behörde" die Rede war - HörerInnen erfuhren nicht, wie sie die zuständige Behörde finden. Beim Googeln nach "Hornissen Sondergenehmigung Behörde" fand ich übrigens http://www.calenberger-tierparadies.de/horn/hornanfang.html . - Bei meinen Beratungsgesprächen höre auch ich immer wieder von BürgerInnen, dass sie erst auf Umwegen zur richtigen Stelle für ihre Hautflügler-Probleme gefunden haben.

Ich dachte an eine Nachricht an den WDR, um auf das Recherche-Defizit hinzuweisen. Aber zunächst recherchierte ich selbst bei den einschlägigen www-Adressen mit biologisch und technisch guter Information, die ich oft Leuten empfehle - auch hier. Fazit: ich fand keine Information, wie es in den Bundesländern mit den artenschutzrechtlichen Behördenzuständigkeiten aussieht. Natürlich können auch Naturschutzverbände oder Schädlingsbekämpfer geeignete Ansprechpartner sein - sie sollten die regional zuständigen Behörden kennen. Jedoch sind Berater - gerade auch von Naturschutzverbänden - regional lückenhaft verbreitet, während die artenschutzrechtlich zuständigen Naturschutz-/Landschaftsbehörden ganz Deutschland abdecken.

Deshalb schlage ich vor, hier leicht auffindbar eine kurze Beschreibung der Rechtssituation und Anleitung zum Finden zuständiger Behörden einzubringen. Oder ist es gar nicht erwünscht, dass Rat Suchende schnell zur zuständigen Behörde gelangen, die ohne kompetente Beratung eine Genehmigung zur Bekämpfung besonders geschützter Arten erteilen könnte?

Über Diskussion, Hinweise oder Unterstützung würde ich mich freuen.
Monika

Suche nach Zuständigkeiten

Hallo Monika
Zum Thema Wespen fehlt es in den Bundesländern noch überall.
Nach meiner Erfahrung liegt es an den Naturschutzbehörden, (oder Landschftsbehörden wie ich dazu gelernt habe).
Das Thema Wespen ist dort nur aktuell, wenn es Probleme gibt.
Es wird an die Feuerwehr weiter geleitet, die dann selbst ernannte "Fachleute" ,Ausnahme Berufsfeuerwehr,
zu den Bürgern schickt und das Wespenproblem mit der "Spritze" erledigt. Obwohl sie dafür gar nicht zuständig ist.
Eine Naturschutzbehörde sollte sich mit geschulten Wespenberater und Hegern (Umsiedlern) helfen lassen.
Das dies auch im Ehrenamt möglich ist zeigt der Landkreis Altötting in Bayern.
Seit 7 Jahren besteht hier das Wespen-Berater-Netz mit derzeit 47 Beratern und 4 Hegern. So stehen jedem Ort ein oder mehrere Berater bereit, Bürgern mit Wespen Problemen zu helfen.
Deren Namenliste hat jede Feuerwehr, jede Gemeinden, die Polizei und die Imkervereine.
Ich habe versucht in Nachbarlandkreise auch solche Berater Netze aufzubauen. Es haben sich immer viele interessierte gemeldet die bereit waren sich ausbilden zu lassen, aber es ist stets am Desinteresse der Behörden gescheitert.
Soweit meine Erfahrung und Meinung dazu.
Gruß crabro

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Gute Idee!

Als ich die Grundlage für die hiesige Datenbank legte, telefonierte ich mich quer durch die Bundesrepublik um die Umsiedler und Zuständigkeiten zu klären - schon damals (und das ist über 10 Jahre her) war es sehr abenteuerlich und es gab überall lokale Lösungen. Tatsächlich wissen manchmal selbst die übergeordneten Behörden nicht, wie das "da unten" so läuft wie ich bei der letzten Hornissenschutzfachtagung in BaWü lernen mußte.
Es ist auch nicht leichter geworden. Früher waren z.B. drei Stellen, sauber regional getrennt, für Ausnahmegenehmigungen in Brandenburg zuständig. Seitdem die das aber auch auf die unteren Naturschutzbehörden verlagert haben, herrscht...nunja, nicht unbedingt Anarchie aber Chaos. Auch kostentechnisch ist das überall anders - kürzlich erboste sich ein Anrufer bei mir, daß er bei Brieselang in Brandenburg 30 € für eine Umsiedlungsgenehmigung zahlen mußte...die dann aber hinfällig wurde weil der gute Mann sie beantragt hatte als die Königin noch baute - und die dann wie so oft scheiterte. Woanders sind diese Genehmigungen pauschal auf Naturschutzvereine oder sogar öffentlich angestellte "Wesepnbeauftragte" ausgestellt und die können schalten und walten - manchmal bis hin zur Abtötung.
Ich kann das allgemeine Chaos also nur bestätigen...leider...

Melanie
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