Zahlen & Fakten

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Zahlen & Fakten
Einige Daten aus der Forschung

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Zusammenfassung

Auf dieser Seite werden verschiedene Daten, Zahlen und Fakten aus wissenschaftlichen Bearbeitungen rund um Hummeln, Bienen, Wespen und Hornissen präsentiert.

Abkürzungen zu den Themen dieser Seite:
Fakten: Zahlen rund um Hornissen

Wie alt werden Hornissen ?
Rund 50% aller Hornissenarbeiterinnen werden nach dem Schlupf nicht älter als 10 Tage, nur etwa 4% leben länger als 25 Tage (LANGER, Diss. 1995)

Wie viele Eier legt eine Hornissenkönigin pro Tag ?
Mit 41 Eiern pro Tag erreicht die Eiablage zwischen Anfang und Mitte August den Höhepunkt (LANGER, Diss. 1995) - kein Vergleich zu den über 2000 Eiern, die eine Bienenkönigin pro Tag legen kann.

Wie unterscheiden sich Arbeiterinnen-, Drohnen- und Königinnen ?
Folgende Zahlen wurden an Berliner Völkern ermittelt (LANGER, Diss. 1995) Erfahrungen zeigen, daß die Individuen im ländlichen Raum größer werden; vermutlich aufgrund des guten Futterangebotes. Genaue Zahlen liegen hierzu jedoch nicht vor.

Arbeiterin Königin Drohn

mittlerer Innendurchmesser der Zellen

7 +/- 1 mm

12 +/- 1 mm

11 +/- 1 mm

mittlere Tiefe der Zellen

23 +/- 2 mm

35 +/- 2 mm

29 +/- 2 mm

mittlere Entwicklungsdauer (Ei-Imago)

31,5 +/- 1 Tage

37 Tage

27 - 30 Tage

mittlere Körperlänge

24,5 +/- 1 mm

40 +/- 2 mm

31 +/- 1 mm

Wie schwer sind Hornissen?
Die Hornissenarbeiterinnen wiegen nur um 0,5 g - am schwersten ist die Hornissenkönigin wenn sie voll bei der Eiablage ist - rund 1 g wiegt sie dann.

Wie warm ist es im Hornissennest?
Hornissen halten stets um die 30°C Nesttemperatur - entweder heizen sie unter Verwendung der starken Flugmuskulatur oder sie kühlen unter aktiven Verdunstens eingetragenen Wassers durch Fächeln.

Wie lange dauern die Sammelflüge der Hornissen ?
Bis zu einer Stunde sind Hornissen unterwegs. Im Schnitt wurden jedoch nur 12 +/- 8 Minuten für das Sammeln von Kohlenhydraten, 8 +/- 5 Minuten für Beuteflüge und nur 7 +/- 6 Minuten für das Sammeln von Holz ermittelt (LANGER, Diss. 1995). Andere Arbeiten

Fliegen alle Hornissen bei Nacht und was tragen sie ein ?
Arbeiterinnen, die älter als drei Tage sind, fliegen noch bis 0,01 Lux Lichtstärke aus; jüngere Arbeiterinnen bleiben dahingegen bereits bei 0,03 Lux zuhause. Für Menschen entspricht dies nahezu vollständiger Dunkelheit (ca. 23:00 Uhr im Juli). Mit einsetzender Dämmerung sinkt der Eintrag von Beuteinsekten. Während dieser bei Tag (>1000 Lux) je nach Volksentwicklungsstadium 15 bis 36 % aller Einträge ausmacht, fällt er bei Nacht umso stärker je weiter die Volksentwicklung fortgeschritten ist - maximal 10 % aller Einträge sind dann noch erbeutete Insekten.
Bei Nacht werden hauptsächlich Kohelnhydrate gesammelt, also Zucker aus Fallobst, Blütennektar oder Baumsäfte.
Unabhängig von der Volksstärke und Saisonzeitpunkt fliegen etwa 18 % (+/- 2%) aller Arbeiterinnen noch bei Nacht aus (LANGER, Diss. 1995).

Welchen Einfluß hat das Wetter und die Temperatur auf die Sammelflüge ?
Nur bei wolkenbruchartigem Regen stellen Hornissen ihre Sammelflüge vollständig ein. Bei starkem Regen werden die Ausflüge stark verkürzt und der Eintrag an Beuteinsekten sinkt.
Ein Einfluß der Temperatur konnte im Bereich zwischen 9 und 32 °C nicht ermittelt werden (LANGER, Diss. 1995).

Wie kommunizieren Hornissen ?
Sowohl akustische Signale, als auch Pheromone und das Legen von Duftspuren sind bei Hornissen bekannt.
Akustisch:
Das "Hungerkratzen" der Larven, die mit ihren Mandibeln an den Zellwänden kratzen, ist gut bekannt. Hungernde Larven reagieren ihrerseits mit verstärktem Kratzen wenn die Wabe erschüttert wird; also wenn sie die Anwesenheit eines pflegenden Imaginos vermuten können (VON ORLOW, unveröffentlicht). Manche tropische Arten alarmieren sich untereinander durch Klopfen auf die nesthülle. Auch ein allmorgendliches Rekrutierungssignal ("Dance of Awakening") ist dort beobachtet worden.
Pheromone: Innerhalb des Nestes orientieren sich die Tiere offenbar vornehmlich an Spurpheromonen. Diese Spuren enthalten vermutlich zum einen wegweisende als auch koloniespezifische Komponenten.
Die wegweisenden Komponenten sind neutral; sie können auch von Hornissen anderer Völker erkannt werden. Auch das Flugloch wird chemisch, aber kolonieneutral markiert. Die Spur- und Koloniestoffe sind vor allem Kohlenwasserstoffverbindungen und werden vermutlich in der dem Giftapparat zugehörigen Dufour'sche Drüsen erzeugt (SIEBEN, Diss., 1999). Ein beeindruckendes Beispiel für die Bedeutung der Spuren ist ein Laufgang, der nach dem regelmäßigen Belaufen um 180° gedreht wird - die Tiere versuchen, den Laufgang kopfüber an der Oberseite krabbelnd zu passieren.
Bekannter ist das Alermpheromon: Als Hauptkomponente des Alarmpheromons wurde bei Hornissen 2-Methyl-3-buten-2-ol identifiziert, das die Tiere in Stichbereitschaft versetzt und zum Ausschwärmen veranlaßt. Derartige Substanzen sind auch bei Bienen und Wespen bekannt und wirken z.T. gattungsübergreifend (wenngleich dann nicht so stark wie die arteigenen Komponenten). Nur bei Hummeln scheinen sie vollständig zu fehlen.
Cis-9-Pentacosen wurde als Puppenpheromon identifiziert, daß die Arbeiterinnen zum Wärmen der Puppen bewegt.

Wieviel Energie benötigt ein Hornissenvolk pro Tag ?
Überraschend viel - Messungen ergaben, daß ein großes Hornissennest mit einem Gewicht von 530 g hat einen rund doppelt so großen Energieverbrauch wie ein gleichschweres Säugetier (SCHMOLZ, Diss. 1997). Dabei sind die zusätzlichen Energieaufwendungen durch die sammelnden Arbeiterinnen nicht mit einbezogen.
Ein guter Teil geht in die Klimaregulation des Wabenbaus. Ab etwa 34 °C fangen die Tiere an, durch Fächeln zu kühlen; die Brut entwickelt sich jedoch in einem breiten Bereich zwischen 25 bis 35 °C ohne Schaden. Insbesondere kleine Nester können sich die Nestklimatisierung energetisch nicht "leisten"; bei ihnen fällt die Temperatur in der Nacht stärker ab als bei großen Völkern. Im Gegensatz zu Honigbienen, die ihre Nesttemperatur peinlich genau regulieren und dies auch zur Vermeidung von Brutschäden müssen, ist das bei Hornissen offenbar nicht der Fall (SCHMOLZ, Diss. 1997).

Wie viele Zellen enthält ein Hornissennest ?
RIPBERGER und HUTTER (1992) ermittelten bis zu 3531 Zellen in einem einzigen Hornissennest. Das bisher größte, je publizierte Nest wies 5422 Zellen auf (SCHMOLZ, 1997). In der Regel bleibt davon jedoch ein Teil unbenutzt, d.h. diese Zellen wurden nicht bestiftet oder die Brut starb noch vor dem Schlupf ab. Dieser Anteil ist bei kleinen Nestern größer als bei großen Nestern.

Zur Grafik: V.c. = Vespa crabro, V.v.= Vespula vulgaris
Tabelle aus: SCHMOLZ, Dissertationsschrift, FU Berlin,1997

Aus den Mittelwerten von 10 untersuchten Nestern nach Edwards, 1980:

Anzahl Kleinzellen 745
Anzahl Großzellen 1015
Verhältnis Klein- zu Großzellen 1,1
Anzahl Drohnen 357
Anzahl Königinnen 330
Prozentsatz in Großzellen herangezogener Drohnen 82%

 

Überwintern Königinnen im Nest ?
Es konnten immer wieder noch im November junge Hornissenköniginnen im Nest beobachtet werden die sich bei einer Temperatur von nur 4 °C noch langsam bewegten. Erfolgreiche Überwinterungen innerhalb des Nestes konnten nicht registriert werden, vermutlich handelt es sich bei diesen Königinnen um spätgeschlüpfte, die sich keine Wintervorräte mehr anfressen konnten und daher im Winter verhungerten (LANGER, Diss. 1995).

Wann erscheinen die ersten Jungköniginnen und Drohnen ?
An Berliner Nestern konnten die ersten Drohnen um den 25. August beobachtet werden. Junge Königinnen erscheinen etwa 10 bis 20 Tage später (LANGER, Diss. 1995; SCHMOLZ, 1992). Für weiter südliche Lagen dürfte ein früheres Auftreten der Geschlechtstiere vermutet werden. Die Königinnen halten sich im Schnitt 6 +/- 1 Tag im Nest auf. In dieser Zeit nehmen die Königin rund 400 mg an Gewicht zu und erreichen mit 1100 bis 1200 mg ihr Überwinterungsgewicht.

Wieviele Königinnen und Drohnen zieht ein Hornissenvolk auf ?
Kleine Nester ziehen etwa 0,06 bis 0,7 Geschlechtstiere pro Arbeiterin heran; bei großen Völkern werden dahingegen schon bis zu 1,8 Geschlechtstiere pro Arbeiterin herangezogen (jeweils berechnet auf die Gesamtzahl aller je in dem Volk herangezogenen Arbeiterinnen). In der Regel stellen Drohnen die Mehrzahl; manche Völker verzichten ganz auf die Anzucht von Jungköniginnen. Erst eine Volksgröße von ca. 250 Tieren erlaubt die Anzucht von Geschlechtstieren (SCHMOLZ, Diss.,1997)

Aufzucht von Geschlechtstieren in Hornissenvölkern (Graphik)
Graphik aus: SCHMOLZ, Dissertationsschrift, FU Berlin,1997

Wo und wie paaren sich Hornissen ?
Es konnten sowohl bei Hornissen als auch bei anderen Wespenarten Paarungen im unmittelbaren Nestbereich (im Nistkasten) beobachtet werden. Die jungen Königinnen verlassen das mütterliche Nest vorwiegend in den Morgenstunden und kehren nicht mehr dorthin zurück (LANGER, Diss. 1995). Im Gegensatz zu Bienenköniginnen paaren sich Hornissenköniginnen überwiegend (9 von 14) nur mit einem einzigen Drohn (FOSTER, 1999).
Während die Königinnen nach dem Verlassen des Nestes möglichst schnell die Paarung vollziehen müssen um sich dann in die Winterruhe zurückziehen zu können, können Drohnen dahingegen ihr gesamtes "Fettpolster" für die Suche nach anderen Nestern und deren königinnen investieren - Berechnungen haben immerhin eine Flugstrecke von 150 km errmittelt (SCHMOLZ, Diss., 1997).

Wie läßt sich die Volksstärke von Hornissenvölkern bestimmen ?
An Völkern der Deutschen Wespe wurde ermittelt, daß die Zahl der Ein- und Ausflüge pro Minute, multipliziert mit 32,243, unabhängig von der Saison und Tageszeit, der tatsächlichen Volksstärke recht nahe kommt. Dieser Faktor läßt sich auch auf Hornissen anwenden wobei der Fehler aufgrund der geringeren Volksstärke der Hornisse größer ausfällt (SCHMOLZ, unveröffentlicht). Für die Zählung ist die Zählung über 5-10 Minuten erforderlich; idealerweise an mehreren Tagen zu verschiedenen Tageszeiten; jedoch vor Einbruch der Dämmerung.

Wie entwickelt sich das Arbeiterinnen/Larven-Verhältnis ?
In der Hochsaison zwischen Ende Juli und Mitte September versorgt eine Arbeiterin etwa zwei Larven. Die hohe Zahl an Arbeiterinnen läßt offenbar ihre nächtliche Versorgung durch die zuckerhaltigen Sekrete der Larven nicht mehr zu so daß die nächtlichen Sammelflüge vor allem der Selbstversorgung und später der Versorgung der Geschlechtstiere dienen (LANGER, Diss. 1995).

Wie schwer wird ein Hornissennest ?
Eigentlich federleicht - selbst ein großes Nest erreicht gerade 200g:

Graphik aus: SCHMOLZ, Dissertationsschrift, FU Berlin,1997

Wo kann man das im Original nachlesen ?
E. Schmolz: "Kalorimetrische Untersuchungen zu Wärmeproduktion und Thermoregulation der Hornisse Vespa crabro L.: Energieumsatz im Nest, bei der Überwinterung und im Flug", Dissertationsschrift, FU Berlin, 1997

E. Schmolz: "Kalorimetrische Untersuchungen zur sozialen Thermogenese bei Vespa crabro L.: Wer erzeugt die Wärme im Hornissennest ?", Diplomarbeit FU Berlin, 1992

N. Langer: "Dämmerungsflugverhalten bei der Hornisse (Vespa crabro L.)". Dissertationsschrift, FU Berlin, 1995

S. Sieben: "Zur chemischen Ökologie von Vespa crabro L.: Chemische Orientierung, chemische Kolonieabgrenzung und Erkennung von Nestgenossinnen", Dissertationsschrift, FU Berlin, 1999

K.R. Foster et al.: "Low paternity in the hornet Vespa crabro indicates that multiple mating by queens is derived in vespine wasps", Behav. Ecol. Sociobiol. 46: 252 - 257, 1999

R. Rippberger, Hutter: "Schützt die Hornissen", Weitbrecht-Verlag, ISBN 3-522-30450-0

Edwards: Social Waps. Their Biology and Control, W. Sussex: Rentokil. 1980

Zahlen rund um Hummeln und Bienen

Wieviele Blüten besuchen Honigbienen um 1 Liter Honig erzeugen zu können ?
Etwa 10.000.000 Blüten müssen dafür besucht werden.

Welche Strecke legen Honigbienen beim Sammeln zurück ?
Um 1 Liter Honig zu produzieren, muß die Sammlerschar des Bienenvolkes rund 60.000 km zurücklegen. Sie ist dafür etwa 10.000 Stunden unterwegs. Zum Vergleich - der Erdumfang beträgt am Äquator rund 40.000 km !

Wieviel Energie brauchen die Honigbienen für die Erzeugung von Wachs ?
Das Baumaterial der Honigbiene ist vor allem Wachs. Will sich ein Volk vermehren, so geschieht das durch Teilung (Schwärmen). Bevor die Bienen den Stock zum Schwärmen verlassen, stopfen sie sich noch einmal richtig den Bauch voll - denn für den Bau eines neuen Heimes braucht es viel Energie: Für 1 kg Wachs verzehren die Bienen rund 7 kg Honig !

Sonstige/Weitere Zahlen

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