Hummelnisthilfen II

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Nisthilfen für Hummeln
Teil II
Benutzung, Hinweise, Gliederung

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Zusammenfassung

Teil 2 - Nistkasten für Hummeln:
Unterirdische Hummelnisthilfen sind aus verschiedenen Gründen wenig ratsam. Oberirdische Varianten bestehen im Wesentlichen aus einem Außen-, Innen- und Deckkasten und werden mit Polsterwolle und Kleintierstreu eingerichtet. Der Nistkasten sollte in etwa ab Mitte März bereit stehen.

Abkürzungen zu den Themen dieser Seite:

Wie stehts mit unterirdischen Nisthilfen ?

In machen Faltblättern oder Büchern finden sich Vorschläge wie diese:

ein Blumentopf als Nisthilfe für Hummeln eine unterirdische Nisthilfe für Hummeln

Umgekehrte, eingegrabene Blumentöpfe laufen bei Regen voll (und werden so auch nicht gerne angenommen) - die Hummeln können hier ertrinken !
Auch unterirdische Kästen sind unpraktisch: auch sie können volllaufen und sind schwer zu überwachen und zu reinigen.
Beide Konzepte versuchen, dem Niststandort der Erdhummel (Bombus terrestris) nahezukommen: Ein unterirdischer Nistplatz wie in einem verlassenen Mäusenest. Jedoch sind diese in saugfähiger Erde und schließen das Nest nicht hermetisch ein - mit dieser Art von Nisthilfen ertränkt man das Hummelvolk eher.
Davon unberührt bleiben natürlich Ideen wie z.B. beim Bau einer Trockenmauer gezielt Hohlräume mit einzubauen um dies als Nistort für Insekten, Kleinsäuger o.ä. zu erschließen.

Welche Nistkästen kann man empfehlen ?

Geeigneter sind dagegen diese Modelle:

empfehlenswerte Nistkästen für Hummeln
a: Der Pappkarton-Nistkasten ist sozusagen die Papp-Version des Modells "Münden" (Entwickler: Von Hagen) und ist nur für wettergeschützte Aufstellung geeignet !
b: Der käuflich zu erwerbene Schwegler-Holzbetonkasten bietet eine gute Klimatisierung
c: Das Modell "Kreuzberg" (Entwickler: M. Halmen) ist eine Variante, die durch den leicht abnehmbaren Vorbau besonders für Schulexperimente gedacht ist.
d: Der Klassiker: Modell - "Münden" der Gebrüder Von Hagen.

Ein Sonderfall ist dieses Modell (links):
Nistkasten für die Umsieldung von Hummeln

Es ist dem Modell Schwegler nachempfunden. Es ist zum Ansiedeln weniger geeignet; bietet sich aber zur Aufnahme nach der Nestumsetzung an.
Rechts daneben ein Blumentopf - dieser wird jedoch überirdisch aufgestellt. Damit wurden gute Erfahrungen gemacht; jedoch ist er für viele Arten zu klein. Ebenfalls möglich ist die "Hummelburg" der Firma Denk-Keramik. Dieser bietet als Ton-Nisthilfe eine gute Klimatisierung; allerdings ist er relativ klein so daß er entsprechenden Arten (Acker-, Garten- oder Wiesenhummeln) vorbehalten bleiben sollte.

Wo gibt es einen Bauplan und was ist zu beachten ?

Den Bauplan inkl. Bauanleitung für einen Nistkasten nach Münden finden sie unter "Downloads".
Als Materialien sollten Sie natürliche Werkstoffe bevorzugen (Holz, Pappe, etc.). Verwittertes Material ist oft attraktiver für Hummeln als die geruchlich offenbar aversiven Styropore oder Lacke. Styroporboxen eignen sich gut zum Einsetzen umzusetzender Nester; sollten aber zur Einsiedlung von Königinnen über längere Zeit im Freien stehengelassen werden. Erst dann kann mit Einsiedlungserfolgen gerechnet werden. Glas ist generell ungeeignet.

Was ist bei der Einrichtung eines Hummelnistkastens zu beachten ?

Bitte besuchen Sie dazu auch unsere Bildergalerie: "Einrichtung eines Hummelnistkastens".

Den meisten Hummeln ist das Äußere ganz egal - was jedoch stimmen muß, ist die Einrichtung. Zur Nestgründung braucht die Königin einen kleinen Nestraum, den sie leicht überwachen und vor allem warm halten kann. Daher ist ein Deckkasten (ca. 15 x 15 cm,x 15 cm) für einen Ansiedlungserfolg sehr förderlich.
Zur Polsterung ist Polsterwolle; auch in Kombination mit trockenem Moos, gut geeignet. Auch Kapok, ein Pflanzenfaser, ist möglich - absolut ungeeignet sind Viskose- oder Baumwollwatte, Glaswolle oder Filterwatte (Aquaristikbedarf) - die Tiere können sich darin verstricken und die Materialien fallen bei Feuchte zusammen, verklumpen und isolieren dann nicht mehr. Das Füllmaterial darf nicht mit Insektiziden o. ä. behandelt sein.
Für den Einsiedlungserfolg ist auch die Länge des Laufganges bedeutsam. Oberirdisch nistende Arten wie Acker-, Baum- und Gartenhummel ziehen kurze Laufgänge (5 - 10 cm) vor; Stein- und Erdhummel mögen eher lange Laufgänge (15 - 20 cm). Mehr dazu unter "Ansiedeln von Hummeln".
Auch der Innendurchmesser sollte stimmen; er sollte um 2 cm liegen. Manche Hummelfreunde berichteten über Mäusebesuch in ihren Kästen und ziehen daher kleinere Durchmesser (1,5 cm) vor.
Wer Hummelarten pflegt, die gute Rückkehrer sind (siehe dazu weiter unten und in den einzelnen Artenbeschreibungen), kann durch mehrere, gleichgestaltete Kästen allen rückkehrenden Königinnen ein Heim bieten.

Wann sollte der Kasten bereitstehen ?

Im Norden Deutschlands kann man Mitte März mit den ersten Königinnen rechnen; zuerst tauchen Acker- und Erdhummeln auf, denen Stein- und Baumhummeln folgen. Im Süden Deutschlands erscheinen die Königinnen meist früher - auch die Artenabfolge kann variieren. Zur Equilibrierung empfiehlt es sich, den Kasten bereits vor diesem Termin einzurichten und aufzustellen.

Wie geht es weiter ?

Lesen Sie hierzu mehr in den Bereichen "Ansiedlung von Hummeln" und "Pflege von Hummeln".