
|
Benutzung, Hinweise, Gliederung
Zusammenfassung Teil 1 - Gut zu wissen: |
Nur wenige Hummelarten sind es, denen man häufig begegnet - um die sechs Arten kann man im städtischen Raum regelmäßig im Garten beobachten. Doch es gibt tatsächlich um die 30 Arten.
Viele dieser hochgradig bedrohten Arten sind als "Hummeln der offenen Landschaft" auf naturbelassene Wiesen angewiesen und sind vor allem durch die intensive Landwirtschaft bedroht.
So können diesen Arten nur Nisthilfen zugute kommen, die in ihrem Habitat angeboten werden - wer also in Kleinstädten, Randgebieten oder wortwörtlich auf dem Lande lebt, kann diesen Arten mit Nisthilfen unter die Arme greifen.
Der Städter wird dahingegen nur eine kleine Auswahl an Hummelarten zu Gesicht bekommen. Es sind dies Arten, die besonders flexibel und anpassungsfähig in Bezug auf Nahrungsgrundlagen und Nistplätze sind.
Denn Städte sind ganz anders hier werden Mäuse und ihre Nester bekämpft, "wilde" Gärten nicht toleriert und unberührte Komposthaufen oder "unordentliche Ecken" mit Holzstapeln und Strauchwerk umgesetzt und aufgeräumt. Als Gartenbepflanzung werden anschließend Koniferen, Tannen, Tulpen oder Rasen in Fußballplatzqualität gewählt - die für die Hummeln viel attraktiveren "Unkräuter" wie Natternkopf und Königskerzen werden dafür ausgerissen und untergegraben.
Doch die städtischen Hummelarten sind anpassungsfähig - sie nisten im Isoliermaterial hinter Verschalungen, auf Dachböden oder in Vogelnistkästen. Plätze, an denen sie nicht immer gerne gesehen werden.
Und noch einen Vorteil bietet die Stadt - rund um das Jahr sorgen menschen dafür, daß es blüht. Unter vielen unnutzbaren "Nahrungsquellen" wie z.B. Blumenzüchtungen ohne Pollen und Nektarien finden sich auch sorgfältig gehegte Rosen- und Kräutergärten. Gerade im Sommer kann es so eine "Stadthummel" sogar besser haben als ihre auf dem Lande lebende Verwandte - wenn dort die großen Monokulturen verblüht sind, leiden die Hummeln dort oft mangels blütenreicher Saumstreifen Hunger.
So kann der Städter nur indirekt die Artenvielfalt der Hummeln zu bewahren helfen:
In dem er z.B. Produkte aus ökologischem Anbau kauft und sich deutlich gegen die intensive Landwirtschaft ausspricht.
Er kann sich aber überlegen, ob er nicht Hummeln und anderen Arten etwas mehr Platz im Garten einräumt und damit auch vorbildhaft dazu beiträgt, daß Nachbarn, Bekannte und vor allem die eigenen Kinder diese Tiere wahrnehmen und zu schätzen lernen. Denn nur was man kennen lernt, wird man auch schützen wollen.
Dieser umweltpädagogische Aspekt macht die gezielte Ansiedlung und Pflege von Hummeln besonders für Schulen, Umweltbildungseinrichtungen und Umweltvereine interessant:
Wer diese gemütlich wirkenden Insekten in seinem Garten begrüßen möchte, sollte in erster Linie überprüfen, in wie weit er natürliche Nistgelegenheiten bieten kann denn davon profitieren viele Insekten, Vögel und andere Mitbewohner - nicht nur die Hummeln.
So ein "natürlicher Garten" ist auf jeden Fall förderlich und ratsam wenn man Hummeln als Untermieter haben möchte. Selbst ein perfekt eingerichteter Hummelnistkasten wird vergebens auf die Besiedlung durch eine Königin warten, wenn er inmitten einer ökologischen "Wüste" steht.
Ideen dafür sind:
Grundsätzlich überall wo es Hummeln gibt. Selbst Balkone, auch in größerer Höhe, sind geeignet, sofern man an den Blumenkästen Hummelköniginnen beobachten kann. Jedoch fördert nur eine reiche, vielfältige und hummelfreundliche Umgebung die Ansiedlung - siehe dazu auch weiter oben.
Bei der Aufstellung sollte man folgendes beachten:
Eigentlich keine, die Tiere machen alles alleine. Jedoch muß bei Nistkastenhaltung grundsätzlich mit Parasitenbefall, insbesondere der gefürchteten Wachsmotte gerechnet werden. Diese können einen Eingriff und eine Behandlung notwendig machen, um das Volk zu erhalten. Daher sollte man etwas Zeit für die Beobachtung erübrigen können und keine Scheu vor dem direkten Umgang mit den Tieren haben.
Leider sind gerade Völker in Nistkästen von diesem Parasiten betroffen und so mancher Hummelfreund hat es so den Spaß vertrieben. Nicht jeder teilt hier die Philosophie, daß auch die Wachsmotte als natürlicher Gegenspieler der Hummeln auch ihren Platz hat wenn er einen völlig zugesponnen und recht unappetitlichen Nistkasten reinigt.
Dies soll weniger als Abschrekung dienen als eher deutlich machen:
Auch hier lauert Arbeit, Mühe und auch mal eine Enttäuschung - aber dafür auch Stolz, wenn man die ersten Königinnen ausfliegen sieht und das gute Gefühl hat, irgendwie "Mutter" oder "Vater" dieser nächsten Generation zu sein...
Woher bekommt man den Nistkasten ?
Man kann ihn recht einfach selber bauen oder aber im Gartenfachhandel erstehen. Von der Fa. Schwegler gibt es Holzbetonnistkästen (Best.-Nr. 00 350/8), die sich gut bewährt haben. Sie sind allerdings recht schwer (Holzbeton) und nicht gerade billig. Alternativ gibt es gelegentlich fertige Kästen bei Naturschutzverbänden und privaten Bauherren. Außerdem bietet Denk-Keramik einen kleinen Ton-Nistkasten an (die "Hummelburg") die sich aber vornehmlich für kleinbleibende, oberflächennah nistende Arten anbietet.
Wird eine Genehmigung benötigt ?
Für die Aufstellung des Kastens bedarf es grundsätzlich keiner Genehmigung
und sie kann nicht verwehrt werden. Die passive Einsiedlung, d.h. das Warten
auf Selbsteinnistung einer Hummelkönigin, ist ebenfalls ohne Probleme;
ähnlich dem Aufhängen eines Vogelnistkastens.
Das aktive Einsiedeln durch Fangen und Einsetzen von Hummelköniginnen ist
dagegen rechtlich umstritten. Laut Naturschutzgesetz ist das Fangen ohne "vernünftigen
Grund" nicht statthaft, zudem handelt es sich bei Hummeln um streng artgeschützte
Insekten.
Nun läßt sich argumentieren, daß das aktive Einsiedeln dem
Artenschutz dienlich ist. Bisherige Erfahrungen zeigen, daß die örtlichen
Naturschutzbehörden hier verschieden große Toleranz zeigen.
Es empfiehlt sich, diese rechtliche Grauzone rechtzeitig zu klären und
vor dem aktiven Einsiedeln bei der örtlichen Naturschutzbehörde nachzufragen.
Die notwendige Qualifikation zum aktiven Ansiedeln sollte man sich jedoch grundsätzlich
vorher durch Imker, örtliche Hymenopterendienste oder bei Schulungen (z.B.
durch den NaBu auf Gut Sunder) vermitteln lassen !
Neueste Kommentare
vor 22 Stunden 1 Minute
vor 1 Tag 8 Stunden
vor 1 Tag 20 Stunden
vor 2 Tage(n) 2 Stunden
vor 2 Tage(n) 2 Stunden
vor 2 Tage(n) 2 Stunden
vor 2 Tage(n) 4 Stunden
vor 2 Tage(n) 8 Stunden
vor 2 Tage(n) 17 Stunden
vor 3 Tage(n) 16 Stunden