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Benutzung, Hinweise, Gliederung
Hummeln benötigen nicht viel Pflege. Man kann sie zusätzlich füttern und sollte auf Parasiten achten. Die Fütterung erfolgt mit einem Gemisch aus Haushalts- und Traubenzucker. Auch Honig wird gerne genommen. Wichtig ist es, abrupte Änderungen im Versorgungsangebot zu vermeiden - am besten sind nur sporadische Fütterungen bei Schlechtwetterperioden. Nach dem Saisonende wird der Nistkasten einfach ausgeräumt und ausgespült. Abkürzungen zu den Themen dieser Seite: |
Eine regelmäßige Kontrolle sollte selbstverständlich sein. Mittels der Anklopfmethode oder der Mehlfalle (siehe "Ansiedeln") kann man zwar die Anwesenheit der Königin feststellen; nicht jedoch den Zustand des Nestes. Die Königin fliegt nur selten aus und verbringt viel Zeit mit dem Warmhalten der Brut. Es kann passieren, daß sie bei solchen Ausflügen von Räubern erbeutet wird. Entdeckt man dies durch die Kontrollen beizeiten, so kann man die Brut jedoch retten, indem man sie aus der Polsterwolle nimmt und zu einer anderen, artgleichen Königin gibt. Man kann auch eine Königin einsetzen, die ihr Nest verloren hat.
Man sollte grundsätzlich von Zeit zu Zeit auch einen direkten Blick auf die Waben werfen - nur dann kann man die ersten Anzeichen von Parasiten erkennen. Hierfür ist bei starken Völkern und bestimmten Arten (z.B. Baumhummel, Erdhummel) grundsätzlich Schutzkleidung empfohlen. Nur bei Acker-, Garten- und bei vorsichtigem Umgang auch bei der Steinhummel ist Schutzkleidung bei direktem Nestumgang nicht unbedingt erforderlich.
Alle Manipulationen direkt an den Waben sollten nur bei warmen, trockenem Wetter
ausgeführt werden - niemals bei kühlem (Gefahr der Auskühlung).
regnerischem oder schwülem Wetter (gesteigerte Abwehrbereitschaft).
Man kann der Königin oder dem noch kleinen Volk bei langen Schlechtwetterperioden "unter die Arme greifen", indem man ihnen Zuckerwasser (Es empfiehlt sich eine 50%ige Saccharoselösung - Haushaltszucker - oder, besser, eine Lösung aus Fructose und Saccharose im Verhältnis 1:2 (Fructose = Fruchtzucker; oft als diätisches Süßungsmittel angeboten).
Man kann auch Apifonda, Ambrosia-Sirup oder anderes vergleichbares Bienenfutter anbieten. Honig eignet sich ebenfalls; jedoch muß dieser guter Qualität und aus sicherer Quelle stammen (am besten der Imker vor Ort) - es ist nach VON HAGEN möglich, das ansonsten Krankheiten verbreitet werden können.
Das Futter kann man in Legosteinen auf dem Flugbrett offerieren. Auch innerhalb des Nestes ist das Angebot möglich; es sollte nur regelmäßig erneuert werden um Pilzen, Bakterien und Ameisen zuvorzukommen.
Das Anbieten von Bienenfutterteig (Pollennahrung) ist ebenfalls möglich (trockener Pollen aus dem Reformhaus ist nährstoffarm - der beste Pollen ist immer noch frischer). Pollen sollter etwas angefeuchtet oder offen stehen gelassen werden (Pollen ist hygroskopisch und zieht Wasser an - schon nach wenigen Stunden wird er weich und klebrig, kann mit Honig verknetet und verfüttert werden).
Das Futter sollte auch nur in schlechten Zeiten angeboten werden und keinesfalls ständig. Ansonsten wird dann der eigene Sammeltrieb geschwächt was beim plötzlichen Unterlassen der Zufütterung zusammenbrechen des Volkes führen kann.
Sarstedt-Fütterungsröhrchen (Melanie von Orlow, 2000):
Ausgezeichnete Fütterungshilfen sind Einweg-Plastikröhrchen aus dem Laborbetrieb (Zentrifugenröhrchen); wahlweise mit flachem oder konisch zulaufendem Boden. Diese Röhrchen werden von vielen Firmen (Sarstedt u.a.) im Laborzubehör angeboten, sind aus Kunststoff, fassen etwa 50 ml, sind einfach zu säubern (auch desinfizierbar in kochendem Wasser) und lassen sich, kopfüber auf ein Brettchen neben dem Einflugloch gestellt; mit Draht am Nistkasten fixiert, verwenden.
Sie sind hierzu mit einem feinen Bohrer oder einer heißen Nadel derart zu durchboren, so daß die Oberkante der Bohrung bei fest verschlossenem Deckel etwas über den Deckelrand hinausschaut. Zur gleichmäßigeren Befüllung des Futterspaltes eignen sich auch mehrere, gleichartige Bohrungen.
Die Idee dahinter ist folgende: Ist das Röhrchen gefüllt, so wird es fest verschlossen und anschließenden auf den Deckel gestellt. Der Sirup läuft aus der oder den Bohrungen in den Spalt zwischen Deckel und dem Röhrchen. Dort steigt der Pegel soweit, bis die Oberkante der Bohrung geflutet ist. Damit kann keine Luft nachfließen, das weitere Austreten des Futtersirups stoppt. Wird nun durch eine hungrige Hummel; (oder Hornisse, auch dafür eignet sich das Gerät) Futtersirup aus dem Spalt aufgenommen, so sinkt der Pegel. Wird die Bohrung schließlich wieder freigelegt, so kann Luft wieder nachströmen - der Pegel steigt wieder auf den alten Stand. Auf diese Weise fließt stets sauberes Futter nach, es fließt nicht über und verklebt die Umgebung (außer, das Röhrchen steht nicht senkrecht) und wird nicht verunreinigt, da die Tiere in der Regel nur den Kopf über den Spalt halten; nicht jedoch - wie beim Legostein - mit dem ganzen Körper darauf sitzen.
Nach WILHELM GLASS eignen sich - nach gleichem Prinzip - auch saubere Filmdöschen, welche jedoch nicht so widerstandsfähig beim Säubern sind. Auch das Einheitsglas des Deutschen Imkerbundes eignet sich.
Wer das Füttern seiner Hummeln lieber der Natur überlassen will, sollte Blütenpflanzen ansähen oder dafür sorgen, daß sie nicht als "Unkräuter" auf Brachflächen, Freiflächen, Bahngelände oder Parkflächen abgemäht werden. Eine Liste besonders empfehlenswerter Arten finden Sie im Download-Bereich.
Nistkastenreinigung
Nach Ende der Saison im August bis Oktober sollte man den Wabenbau entfernen. Weder Streu, Karton noch Polsterwolle sollten, wegen der Gefahr von Wachsmotteneiern, recycelt werden. Wer allerdings - im Versuch, damit im nächsten Jahr eine Hummelkönigin von selbst in den Kasten zu locken - Material (Waben, POlsterwolle) behalten will, sollte dieses den ganzen Winter über bei -20°C lagern. Es ist jedoch durchaus möglich, daß einzelne Parasiten/Eier diese Behandlung überstehen könnten; der Einsatz sollte also dann nur streng kontrolliert vorgenommen werden.
Streu und Waben sind kompostierbar (wurde eine Behandlung mit Bacillus thuringiens ist aufgrund von Wachsmotten durchgeführt, so sollte das Streu nicht kompostiert werden, sondern dem Hausmüll zugeführt werden - das Toxin der Bakterien ist äußerst stabil und könnte bodenlebende Organismen schädigen).
Der Außenkasten ist anschließend mit klarem Wasser zu reinigen und kann im Winter, wenn gewünscht, umgebaut werden.
Alle diese Reinigungsarbeiten können jedoch auch im Frühling erfolgen wenn man den Kasten noch als Überwinterungsplatz für andere Insekten anbieten möchte (z.B. die Florfliege, deren Larven als Blattlausjäger geschätzt sind, überwintert gerne in solchen Kästen; allerdings mögen diesen Platz auch Wachsmotten).
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