Hornissennisthilfen II

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Nisthilfen für Hornissen
Teil II

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Zusammenfassung

Teil 2 - Wenn Hornissen im Kasten sind - richtig (ver)halten und pflegen
Hat man Hornissen im Garten - ob gewollt oder nicht - gibt es einige wenige Dinge zu beachten. Wer keinen Erfolg mit der Ansiedlung hatte, kann mit einigen Maßnahmen wie Umhängen des Kastens, alten Nestresten oder sogar der aktiven Ansiedlung Erfolg haben. Hornissen lassen sich füttern, benötigen diese Hilfe aber nicht unbedingt. Diverse Parasiten und Kommensalen machen aber auch ihnen das Leben schwer. Das Präparieren eines Hornissennestes bildet dann den Abschluß einer erfolgreichen Saison als Hornissenhalter

Abkürzungen zu den Themen dieser Seite:
Ergänzende Informationen aus anderen Bereichen:

Eine Hornissenkönigin zu Gast !

Mitte Mai, wenn es warm und freundlich wird, dann kann man manchmal einen Blick auf sie erhaschen - etwas Großes, Rotbraunes und laut Brummendes fliegt mit beachtlichem Tempo durch die Gegend, umkreist Bäume, schraubt sich an ihnen empor und meist damit wieder aus dem Blickwinkel der Beobachter. Tatsächlich wundert man sich, wie die Königinnen auf diese Weise Nistplätze finden können - oder den Einflug durch das angekippte Küchenfenster.
Um diese Zeit hat man sie dementsprechend oft im Zimmer, die rund 4 cm großen Hornissenköniginnen. Und wer jetzt einen Kasten zu hängen hat, der kann auch darauf hoffen, daß sich dafür eine Königin interessiert. Oft bekommt man sie lange nicht mit, denn ihre Aus- und Anflüge sind schnell und allenfalls der tiefe Brummton ist auffällig.
Wer vorsichtig den Kasten öffnet (ohne ihn dabei zu erschüttern), kann die Königin am Nest gut beobachten - als einzelnes Tier ist sie defensiv und man kann sie beim Füttern der Larven beobachten oder aber - weit häufiger - fast gar nicht. Denn dann wickelt sie sich um den Wabenstiel und wärmt die Brut. Dann ist sie nahezu unsichtbar:

Eine Königin wärmt ihre Wabe und die Brut

Nun kann man hoffen, daß die Königin es schafft - leider eher die Ausnahme als die Regel. Wer mag, kann durch Fütterung der Königin unter die Arme greifen - lesen Sie mehr dazu weiter unten.
Wenn die ersten Arbeiterinnen ausfliegen - etwa Mitte Juni ist es dann - ist die schwierigste Zeit geschafft. Jetzt können Sie Ihren Untermietern zuschauen.

Wenn sich keine Hornissenkönigin angesiedelt hat - was tun ?

Kommt es dauerhaft nicht zu Nestgründungen, so sollte man noch einmal prüfen, ob der Nistkasten nicht an einen anderen, besseren Standort (siehe Teil I) umgehängt werden kann. Wer Platz hat, kann auch mehrere aufhängen um die Chancen auf Ansiedlung zu verbessern.
Hornissenköniginnen suchen im schnellen Fluge und in großer Höhe. Im Gegensatz zu Hummelköniginnen lassen sie sich daher kaum gezielt suchen und fangen um sie aktiv einsiedeln zu können. Zudem stellt dies eine genehmigungspflichtige Handlung dar, da Hornissen besonders artgeschützt sind.
Daher ist das aktive Einsiedeln bei Hornissen praktisch keine verfügbare Methode. Es gibt jedoch Berichte, nach denen die aktive Einsiedlung von Königinnen glückte. Diese wurden von Fensterscheiben abgefangen nachdem sie sich auf ihrer Nistplatzsuche ins Wohnungsinnere verflogen hatten.
Hierzu wurde die Königin mit einem Glas und einem Stück Papier vom Fenster abgefangen und das Glas auf das Einflugloch des Nistkastens aufgesetzt. Nach dem Wegziehen des Papieres wurde abgewartet bis die Königin von selbst in den Kasten gekrabbelt war. Das Glas wurde entfernt und der Einflugsschlitz freigegeben. Die nach etwa 10 Minuten abfliegende Königin zeigte, ähnlich den Hummeln, den typischen Orientierungsflug (siehe auch Methoden zur Ansiedlung von Hummeln). Sie kehrte schon nach 5 Minuten wieder zurück um den Kasten einer weiteren, gründlicheren Inspektion zu unterziehen. Die Königin begann schließlich mit dem Nestbau.
Ob diese Berichte grundsätzlich übertragbar sind, ist nicht bekannt - sie sollen nur der Vollständigkeit hier aufgeführt werden.

Ein wichtiger Punkt ist die Attraktivität des Kastens und der Umgebung - abwechslungsreiche Landschaften mit altem Baumbestand und Wassernähe sind vorteilhafter für die Ansiedlung als sterile Kleingärten. Auch der Kasten selber kann attraktiver gestaltet werden: Es gibt Hinweise, daß Hornissenköniginnen von Hornissnnestbestandteilen angezogen werden - alte Wabenbestandteile, Stücke der Nesthülle o.ä. Hinweise hierfür sind zum Teil über Jahre hinweg wiederholte Besiedlungen des alten Niststandortes obwohl eine Orientierung der jungen Königinnen nachweislich nicht erfolgt. Weiterhin gibt es Beschreibungen und Bilder über Nestgründungen, bei denen die Nester an alte Vorjahrsnester angebaut wurden:

In der Markierung erkennt man eine Wabe mit primärer Nesthülle die an das alte Nest einfach angebaut wurde - möglicherweise wurde das Tier durch das alte Nest angelockt, der Platz ist eigentlich viel zu klein

So sollte man zwar im Frühjahr das alte Nest vom Vorjahr - wenn vorhanden - entfernen; den Kasten aber nicht akribisch säubern wenn man diesen Effekt nutzen will. Wer seinen Kasten zum ersten Mal aufstellt, der kann sich hier vielleicht durch das Einbringen alter Nestbestandteile eine größere Chance auf Besiedlung erhoffen. Diese, mit Heißkleber anzubringenden Stücke sollten jedoch noch Platz für ein neues Hornissennest lassen; vom Einkleben eines ganzen Nestes ist also abzuraten.

Von Hummeln ist bekannt, daß das Verkleinern des Nistraumes förderlich für die Ansiedlung von Königinnen ist. Bei Hornissen spricht dafür, daß die Königinnen eine deutliche Präferenz für die kleinen aber gut klimatisierten Holzbetonvogelnistkästen besitzen. Die Fähigkeit zum Umziehen (Migration oder Filialbildung) zeigt, daß diese Präferenz offenbar ganz normal und natürlich ist - wenn es zu eng wird, zieht das Volk eben um. Manche Hornissenfreunde bauen daher Trennschiede in den Kasten ein (siehe auch die Bildergalerie: Ein Hornissennistkasten im Detail) mit denen der Kasten zuerst verringert wird. Andere stopfen locker zerknülltes Zeitungspapier in die Kästen. Solche Unterteilungen sollte man entfernen, wenn die Königin zu Hause bleibt und die ersten Arbeiterinnen fliegen - dann kann man solche Maßnahmen noch unproblematisch ausführen.

Leider gibt es weder effiziente Lockstoffe oder Repellentien die die Besiedlung durch Hornissen beeinflussen. Allerdings konnten mehrjährige Freilandversuche zeigen, daß Hornissennestextrakte durchaus attraktive Wirkung haben so daß das Deponieren alter Nestreste und Nestabfälle durchaus einen Versuch wert ist.
VON HAGEN empfiehlt zusätzlich, 3 bis 4 Büsche der Spitzblättrigen Mispel (Cotoneaster acutifolius) anzupflanzen. Dieser anspruchslose Strauch für sonnige und halbschattige Plätze trägt ab Mai rosa Blüten die eine begehrte Nektarquelle für Wespen und Hornissen darstellen. Diese Pflanze fördert dadurch Nestgründungen im weiteren Umfeld. Sie ist leider nur selten zu bekommen - oft können Baumschulen sie aber bestellen.

Verhalten und Beobachtungen im Nestbereich

Hornissen sind pflegeleicht. Wer ein Volk im Kasten hat, kann sich darüber freuen und den Tieren bei ihrem Tagesgeschäft zuschauen. Weitere Maßnahmen sind in der Regel nicht notwendig; bestimmte Verhaltensregeln sind jedoch ratsam:

  • Bei hoher Nistkastenanbringung: Hängt der Kasten hoch genug (4 m und mehr), so kann man sich ohne weitere Vorsicht selbst im nahen Umfeld des Nistkastens bewegen, Gartenarbeiten verrichten o.ä. Grundsätzlich sollte der Kasten selbst nicht erschüttert werden, was bei hoher und fester Anbringung kaum gelingen sollte.

  • Bei tiefer Nistkastenanbringung: Bei tieferer Anbringung oder Maßnahmen, die den Nesteingangbereich verstellen (z.B. Anlegen einer Leiter o.ä.), ist dagegen etwas mehr Achtsamkeit notwendig.

  • Die Tiere beobachten ihren Nesteingangsbereich und reagieren auf Bewegungen. Manchmal fliegen sie dann auf, drehen eine kurze Schleife und landen dann gleich wieder am Einflugloch. Ab und an fliegen sie dabei auf das für sie neue, sich bewegende Objekt zu und umkreisen es recht nah. Dies ist an sich noch kein agressives Verhalten. Zieht man sich dann langsam zurück, so verfolgen die Tiere einen nicht.

  • Der Monat September ist sicherlich derjenig, wo "am meisten los ist" - oft ist die Königin bereits Ende August gestorben, das Nest ist voller Arbeiterinnen und Geschlechtstiere (junge Königinnen und Drohnen) die Futter fordern...und es gibt kaum noch Larven zu versorgen. In dieser Zeit kann man oft spektakuläre Luftkämpfe beobachten: Anfliegende Arbeiterinnen werden von Nesteingangswächtern angeflogen und die Tiere stürzen kämpfend zu Boden. Das sieht gefährlich aus; ist aber ganz normal und in der Regel fliegen beide Tiere unbeschadet auseinander. In dieser Zeit sind die offenbar zur Untätigkeit verdammten Hornissenarbeiterinnen am verteidigungsbereitesten - der Kasten sollte weder erschüttert werden, noch sollte man innerhalb von ca. 2 m größere Maßnahmen (Bauarbeiten, schwere Gartenarbeiten, Ernten des Baumes) durchführen.

  • Man kann den unmittelbaren Nesteinflugbereich zügig kreuzen, sollte jedoch nicht länger vor dem Einflugloch stehenbleiben oder diesen anderweitig verstellen.

  • Niemals dürfen die Tiere beim Beobachten oder zur Abwehr angeatmet oder angepustet werden - die warme, feuchte, CO2-haltige Atemluft alarmiert die Arbeiterinnen und provoziert sie.

  • Solche nahen Beobachtungen sollten daher auch bei feuchten, schwülen Wetterlagen unterbleiben; an diesen Tagen sind selbst die freidlichsten Hornissen, Hummeln oder Bienen "schlecht gelaunt" - selbst Imker halten sich dann lieber von den sonst besonders friedlichen Honigbienen fern.

  • Nesterschütterungen und das Schlagen nach den Hornissenarbeiterinnen muß unbedingt unterbleiben. Reagieren die Tiere auf solche Störungen mit vermehrten Umherfliegen und Umkreisen des Kastens, so sollte man sich langsam, mit ruhigen Bewegungen aus dem Nestbereich entfernen.

  • Laute Geräusche sind eigentlich kein Problem - es gibt aber Berichte, wonach schwere Motorengeräusche und Blasorchester zu Beunruhigung der Tiere geführt haben.

  • Daher nicht vergessen: Hornissen sind Wildtiere und das sollen sie auch bleiben - übertriebenes Verharmlosen ist dem Artenschutz genauso wenig dienlich wie übertriebene Warnungen.

Im September verlassen die jungen, noch hell gefärbten Hornissenköniginnen das Nest.

Füttern

Nicht jeder wird seine Hornissen füttern wollen und dies ist auch nicht unbedingt notwendig. Wer einer einzelnen Königin "unter die Arme greifen" will, der kann das aber mit einfachen Mitteln tun - das spätere Volk braucht in der Regel solche Maßnahmen nicht; es sei denn, es kränkelt oder wurde geschwächt (z.B. nach der Umsetzung, nach Verlust von vielen Arbeiterinnen durch schlechtes Wetter o.ä.).

Futtermittel und -rezepte: Man kann Hornissen mit Bienenfutterteig füttern (erhältlich im Imkerzubehör); ein Gemisch aus Pollen, Zucker und Honigen. Solche Teige lassen sich auch aus Trockenpollen aus dem Reformhaus herstellen. Hierzu läßt man diesen, flach ausgebreitet, offen stehen. Der Pollen wird dann feucht und kann mit Honig zum Teig verknetet werden. Für die Flüssigfütterung eignet sich Bienenfuttersirup (z.B. Ambrosia-Sirup aus dem Imkereifachhandel) oder einfache Zuckerlösung aus Wasser und Haushaltszucker (1:1 bis 2:1). Manche Hornissenfreunde empfehlen statt reinem Haushaltszucker (Saccharose) auch Mischungen aus Haushaltszucker und Fructose (1:1). Physiologisch gesehen wäre die Gabe von Fructose und Glucose (Fruchtzucker und Traubenzucker) am sinnvollsten, da z.B. Bienen den durch den Nektar aufgenommenen Zucker so verstoffwechseln (Imker füttern gerne ihre Bienen mit ApiInvert, der den Bienen diese physiologische Stoffwechselleistung abnimmt - auch dieses Futtermittel besteht vor allem aus Frucht- und Traubenzucker). Auch die Zugabe von echtem Ahornsirup ist möglich (er kommt der natürlichen Nahrung der Hornissen, nämlich Baumsäfte, wohl am nächsten, ist aber sehr teuer).

Fütterungsgeräte und -hilfen: Der Futterteig wird einfach als Klumpen in eine Ecke des Flugloches geschmiert, die Hornissen putzen diesen dann schnell weg. Flüssige Futtermittel erfordern etwas mehr Aufwand: Das einfachste Futtergefäß ist der klassische Legostein. Dieser wird nahe am Nesteingang (auf ein kleines Abflugbrettchen o.ä.) gestellt. Nachteil ist, daß er oft gefüllt werden muß (ein gut entwickeltes Hornissenvolk verzehrt rund 50 ml Lösung in 1 1/2 Tagen) und das Futter leicht verunreinigt wird.
Nach VON HAGEN eignen sich Laborduranglasgefäße mit Schraubverschluß und feiner Bohrung, welche jedoch teuer, empfindlich und schwer zu beschaffen sind.

Sarstedt-Fütterungsröhrchen (Melanie von Orlow, 2000): Besser sind Einweg-Plastikröhrchen aus dem Laborbetrieb (Zentrifugenröhrchen); wahlweise mit flachem oder konisch zulaufendem Boden. Diese Röhrchen sind aus Kunststoff, fassen etwa 50 ml, sind einfach zu säubern (auch desinfizierbar in kochendem Wasser) und lassen sich, kopfüber auf ein Brettchen neben dem Einflugloch gestellt; mit Draht am Nistkasten fixiert, verwenden. Die Röhrchen werden von diversen Firmen (darunter die Fa. Sarstedt) hergestellt und sind im Laborzubehör zu beziehen.
Sie sind zur Verwendung mit einem feinen Bohrer oder einer heißen Nadel derart zu durchbohren, so daß die Oberkante der Bohrung bei fest verschlossenem Deckel etwas über den Deckelrand hinausschaut. Zur gleichmäßigeren Befüllung des Futterspaltes eignen sich auch mehrere, gleichartige Bohrungen.

Fütterungsröhrchen

Die Idee dahinter ist folgende: Ist das Röhrchen gefüllt, so wird es fest verschlossen und anschließenden auf den Deckel gestellt.
Der Sirup läuft aus der oder den Bohrungen in den Spalt zwischen Deckel und dem Röhrchen. Dort steigt der Pegel soweit, bis die Oberkante der Bohrung geflutet ist. Damit kann keine Luft nachfließen, das weitere Austreten des Futtersirups wird gestoppt. Wird nun durch eine hungrige Hornisse (oder Hummel; auch dafür eignet sich das Gerät) Futtersirup aus dem Spalt aufgenommen, so sinkt der Pegel. Wird die Bohrung schließlich wieder freigelegt, so kann Luft wieder nachströmen - der Pegel steigt wieder auf den alten Stand.
Auf diese Weise fließt stets sauberes Futter nach, es fließt nicht über und verklebt die Umgebung (außer, das Röhrchen steht nicht senkrecht) und wird nicht verunreinigt, da die Tiere in der Regel nur den Kopf über den Spalt halten; nicht jedoch - wie beim Legostein - mit dem ganzen Körper darauf sitzen.

Futterstelle neben dem Einflugloches eines Hornissenkastens: 2 Hornissen sitzen schon daran.

Nach diesem Prinzip funktionieren auch Trinkwasserröhrchen für Ziervögel. Man kann das Konzept also auch anders umsetzen - Filmdöschen und andere Behältnisse wurden von Hornissenfreunden bereits als geeignet beschrieben

Parasiten und Krankheiten

Ein gut entwickeltes Hornissenvolk wird normalerweise selber mit Krankheiten und Parasiten fertig. Diese bleiben dem Betrachter meist verborgen.
Als harmlos wird der Hornissenkäfer Velleius dilatatus betrachtet. Dieser Käfer und seine Larven finden sich fast immer in den Abfällen unter dem Nest. Manche sagen ihm nach, daß er bei schwachen Völkern zu dem Nest aufsteigt und sich dort auch an lebender Brut vergreift - bei gesunden Völkern dürfte dies aber kein Problem sein.

Der Hornissenkurzflügelkäfer Velleius dilatatus

Den eigentlichen Hornissenkäfer Cryptophagus micaceus wird man dagegen kaum zu Gesicht bekommen - er wird nur rund 2 mm groß !
Manchmal kommt es zum Befall durch die Raupen einer Wachsmotte - die Hummelwachsmotte Aphomia sociella ist auch den Hummelfreunden in unangenehmer Erinnerung. Die räuberischen Larven spinnen die Waben nach und nach ein und schützen sich so vor den Hornissen. Sie fressen die Larven und vernichten in der Regel das gesamte Nest.

Hummelwachsmotte Aphomia sociella

Vermutlich ist es nicht genau diese Art, sondern eine aus ihrer Verwandschaft, die in Hornissenvölkern wütet. Ob auch hier die klassischen Bekämpfungsmethoden mit Bacillus thuringiensis aus der Hummelhaltung helfen, ist nicht bekannt. Daher ist hier zur Vorsicht geraten. Diese Parasiten sind in der Regel kein Problem, das ganze Hornissenpopulationen gefährdet. Der frühe Zusammenbruch von Völkern läßt sich meistens eher auf andere Faktoren wie der frühe Verlust der Königin zurückführen.

Ein mysteriöses und bisher ungeklärtes Phänomen ist die "Lochkrankheit" - bei schwachen Völkern und in den Nestern vorzeitig zusammengebrochener Völker zeigen sich eigentümliche Löcher in den Kokons. In der Regel nur eines pro Kokon und nur wenige Millimeter groß. Kokons aller Entwicklungsstufen sind davon betroffen.
Eine Ursache ist dafür nicht bekannt; noch, ob es sich um ein Symptom oder eine Ursache des Zusammenbruches handelt. Womöglich beißen die Arbeiterinnen selbst die Löcher hinein oder aber andere Tiere (Hornissenkäfer ?) oder bakterielle Infekte verursachen dieses Phänomen.

Nach der Hornissensaison - Präparieren von Nestern

Wer das Hornissennest behalten und konservieren mag, der sollte es umgehend nach dem Aussterben des Volkes entnehmen und präparieren. Man kann das Nest mit einem scharfen Messer (Skalpell o.ä.) seitlich öffnen und den Blick auf die Wabenetagen ermöglichen. Die Behandlung mit Schwefel oder Essigsäure zum Abtöten von Parasiten wird empfohlen; ist jedoch nicht generell notwendig. Zahlreiche Schichten eines matten Klarlackes oder aber Haarlacks stabilisieren das Nest; zum besseren Transport empfiehlt sich, das Nest mit Heißkleber auf eine Bodenplatte zu fixieren.

Präparierte Hornissennester; das rechte wurde an einem zusätzlich in den Nistkasten eingeschobenes Brett errichtet, welches nun als Bodenplatte dient

Wem an dem Nest nichts liegt, der sollte es im Kasten belassen und erst im März/April entfernen. Es dient vielen Insekten als Winterquartier; manchmal auch einer Hornissenkönigin. Weiterhin sollte das Bodenbrett ausgefegt werden - und die "Windel" gewechselt werden. Kleinere Reste des Nestes kann und sollte man im Kasten belassen; der Kasten muß nicht desinfiziert o.ä. werden. Allerdings sollte er auf Schäden in der Aufhängung und Konstruktion untersucht werden. Oft werden diese belasteten Stellen mit der Zeit und dem Witterungseinfluß brüchig und der Kasten ist nicht mehr stabil.
Dann kann man sich auf ein neues Jahr mit "Horni" freuen...