
Die Imker werden oft gefragt, wie kommen die Bienen mit den gegenwärtigen niedrigen
Temperaturen zurecht, müssen die Imker die Bienenstöcke beheizen?
Dazu gibt es eine einfache Antwort: die Bienen sind seit 100 Millionen Jahren in der Lage,
die Temperatur in der Wintertraube locker auf 20-30 °C zu halten, bei jeder Außentemperatur.
In Kanada oder Sibirien fühlen sich die Bienenvölker bei -40 °C pudelwohl.
Die Imker freuen sich, dass die Völker so richtig dem scharfen Frost ausgesetzt sind.
In einer länger andauernden Kälteperiode, wie wir sie jetzt erleben, ziehen sich die Bienen zu einer
dichten Traube in den Wabengassen zusammen. Die Imker erwarten nach einem strengen Winter im
Frühjahr eine explosive Volksentwicklung.
Es ist wenig bekannt, dass harte Winter den Läusen und anderen Schad-Insekten der Pflanzen
kaum etwas anhaben können. Im Gegenteil, diese Tiere und deren Eier in den Rinden
der Bäume fühlen sich pudelwohl bei strengem Frost.
Nur in relativ warmen Wintern werden die Schad-Insekten sehr reduziert und geschädigt,
da diese Insekten bei relativ hohen Temperaturen ihre Nahrungs-Reserven schnell verbrauchen
und im Frühjahr zur Entwicklung nicht mehr zur Verfügung stehen.
Bienenvölker, die keinen Frost im Winter hatten, entwickeln sich im Frühjahr nur zögernd.
Ebenso wird eine reiche Obstblüte im Frühjahr nur nach einigen Frosttagen möglich.
Im Mai-Juni haben sich die Völker bereits auf 50.000 Bienen je Volk entwickelt.
In der Wintertraube befinden sich ca. 5-10.000 Bienen.
Durch ihre Brust-Flugmuskulatur erzeugen sie Wärme, die Flügel sind praktisch abgekoppelt
und bewegen sich kaum, nur ein ganz leises zufriedenes säuseln ist zu hören, es klingt wie
das leise Rauschen des Windes in den Kronen eines verschneiten Winterwaldes.
Durch ständige äußerst langsame Bewegungen im Zeitlupentempo kriechen die kalten Randbienen
der Traube in das Innere der Traube, erwärmen sich dort und kriechen wieder an die Außenseite
der Traube. Ein Umlauf für eine Biene dauert einen Tag. Um die Wärme zu erzeugen, verbraucht ein
Bienenvolk, je nach Außentemperatur, täglich zwischen 50 und 100g Honig. Insgesamt benötigt ein
Bienenvolk von Ende September bis Ende März 15-20 kg Winterfutter in Form von Honig oder Spezial-
Winterfutter. Das führt natürlich dazu, dass sich in den Wintermonaten die Kotblasen der Bienen
füllen die bei lang anhaltenden Wintern zu Problemen führen können, falls die Bienen nicht an milden
Flugtagen im Februar bei Temperaturen um 10-15 °C ausfliegen können, dem Reinigungsflug,
um ihre Kotblasen draußen zu entleeren. Danach schnurrt das Volk wieder dem Frühling entgegen.
Die Königinnen von Wespen, Hummeln und Hornissen überwintern als bereits im Vorjahr begattete
Einzeltiere in frostgeschützten Verstecken im Erdboden oder in Baumspalten und beginnen
alleine bereits bei warmem Wetter Mitte März mit dem Bau einer neuen Kolonie.
Nur etwa jede 10. Königin kann erfolgreich einen neuen Insektenstaat gründen.
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Willi Scholten,
2. Vorsitzender, Imkerverein Hamminkeln
Mitglied im Imkerverband Rheinland e.V., gegründet 1898
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1. Vorsitzender: Manfred Fiedler, Hasenweg 37 B, 46487 Wesel, Telefon u. Fax 0281/62542
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